Keine Förderung: Junger Mann enttäuscht vom AMS. Junger Mann musste Staplerführerschein machen, um Job zu bekommen. Unterstützung gab es für ihn aber keine.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 16. Juli 2020 (12:38)
Der Staplerkurs kostete 310 Euro.
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Franz Schrom aus Baden hat kein Verständnis für die Entscheidung des Arbeitsmarktservices Baden, seinem Sohn, der im Raum Ebreichsdorf wohnt, keine finanzielle Unterstützung für den Erwerb eines Staplerführerscheins zu gewähren. Er meint: „Mein Sohn wollte dem Staat nicht unnötig lange zur Last fallen, er schrieb zahlreiche Bewerbungen, lange ohne Erfolg. Ein Freund vermittelte ihm schließlich die Möglichkeit, bei der gleichen Firma wie er zu arbeiten zu beginnen. Die Voraussetzung dafür war der Besitz eines Staplerführerscheines.“ Was Schrom zusätzlich ärgert ist, dass dem Freund, der im Burgenland beheimatet ist, das burgenländische AMS den Staplerkurs bezahlte. Daher sei es für Schrom und seinen Sohn unverständlich, weshalb das AMS Niederösterreich die Kosten für den Schein nicht übernommen hat.

Vater streckte Sohn das Geld für Schein vor

Schrom, der laut Eigendefinition „eine kleine Pension bezieht“, streckte seinem Sohn das Geld vor. Dieser hat beim WIFI vor Kurzem den Staplerkurs erfolgreich absolviert und arbeitet mittlerweile in der gleichen burgenländischen Firma wie sein Freund. „Ich verstehe aber nicht, warum das AMS so viele Kurse fördert, etwa Bewerbungstrainings, aber wenn man eine fixe Jobzusage hat, und eine bestimmte Qualifikation dafür braucht, dann wird das nicht bezahlt. Dabei hätte ich dem Staat sparen geholfen, ich habe 900 Euro Arbeitslosengeld bezogen, der Staplerschein hat 310 Euro gekostet.“

Claudia Schweiger, die Leiterin des AMS in Baden betont: „Wir fördern nach arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten und entsprechend unseren Förderrichtlinien. Beim AMS Baden sind heute 857 Personen arbeitslos vorgemerkt, die über einen Staplerschein verfügen. Da wir mit unseren Ressourcen sparsam umgehen müssen, können wir nicht einen Staplerführerschein bezahlen, wenn es so viele arbeitslos vorgemerkte Personen gibt, die über diese Qualifikation verfügen.“

Bernhard Eisner von der Ombudsstelle des AMS Niederösterreich ergänzt: „Wir finanzieren Ausbildungen für unsere Kunden auf dem freien Bildungsmarkt nur dann, wenn die Nachfrage am Arbeitsmarkt so groß ist, dass wir den Bedarf der Unternehmen nicht mit den vorgemerkten arbeitslosen Personen abdecken können.“