Massentest-Start: Hoffen auf 50 Prozent Beteiligung. Vorbereitungen der Gemeinden im Bezirk Baden laufen auf Hochtouren. Ortschefs bangen im Vorfeld um Teilnehmerzahlen.

Von David Steiner. Erstellt am 10. Dezember 2020 (03:44)
Bürgermeister Stefan Szirucsek und Stadtrat Franz Schwabl bedankten sich bei Hauptmann Fritz Urban für die professionelle Abwicklung der Tests in der Halle B.
psb/sap

Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner ist sich nach dem Erfolg der Lehrertestungen in Baden sicher: „Die Flächentestungen am kommenden Wochenende werden von den Gemeinden ebenfalls sehr gut geplant und vorbereitet – ich bin davon überzeugt, dass auch diese ohne Komplikationen über die Bühne gehen werden.“

In sehr kurzer Zeit bewältigten die Gemeinden im Bezirk Baden den Aufbau von Teststraßen in dafür geeigneten Räumlichkeiten und die Rekrutierung des notwendigen Personals. Möglich machte das zunächst die Unterstützung von Einsatzorganisationen. Die Freiwilligen Feuerwehren übernahmen logistische Aufgaben. Sie belieferten die Gemeinden bereits am zweiten Adventwochenende mit Paletten an Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel. Im Laufe der Woche folgte die Auslieferung der Antigen-Test-Kits.

Als Tester werden Sanitäter, aber auch zahlreiche Freiwillige aus medizinischen Berufen eingesetzt. Gemeindemitarbeiter und weitere freiwillig Helfende übernehmen administrative- und Hilfsaufgaben. „Was hier die Gemeinden und Bürgermeister auf die Beine stellen, ist beeindruckend“, sagte etwa Pottensteins Bürgermeister Daniel Pongratz (SPÖ), der auf die Solidarität und Zusammenhalt in seiner Gemeinde stolz ist.

In der Planung gingen die meisten Gemeinden davon aus, dass die Hälfte aller Bürger an den Tests teilnehmen wird. Daran orientiert sich auch die Anzahl an Teststraßen. In Baden etwa werden 17 Teststraßen an 7 Teststationen eingerichtet. Tatsächlich rechnen aber die meisten Ortschefs mit einer geringeren Beteiligung. „Ich hoffe, wir schaffen 2.500 Bürger, also 50 Prozent der Bevölkerung, die sich testen lasten“, sagt Oberwaltersdorfs Bürgermeisterin Natascha Matousek (ÖVP). „Wir haben eine Kapazität von 70 Prozent der Bevölkerung. Ich persönlich rechne aber eher, dass es unter 50 Prozent sein werden“, so Wolfgang Kocevar (SPÖ), Bürgermeister von Ebreichsdorf.

„Ich gehe von nicht einmal 40 Prozent Beteiligung aus“, meint Trumaus Amtskollege Andreas Kollross (SPÖ). Doch selbst wenn die Massentests nicht den erhofften Effekt bringen, konnten die Gemeinden einige Erfahrungswerte in der Bewältigung groß angelegter Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung sammeln.