Mit 65 ist noch nicht Schluss in Sachen Blutspenden. Altersgrenze aufgehoben: Langjährige Spender machen Mut auf mehr.

Von Andreas Fussi und Judith Jandrinitsch. Erstellt am 25. Juni 2019 (03:47)
ÖRK/Thomas Marecek
Das Rote Kreuz versucht mit verschiedenen Maßnahmen, Menschen zum Blut spenden zu motivieren. Ein wichtiges Projekt ist die neue Online-Registrierungsplattform www.gibdeinbestes.at.

Nur etwa 3,7 Prozent der spendefähigen Bevölkerung Österreichs spendet regelmäßig Blut, da kann in der Ferienzeit die Vollversorgung der Krankenhäuser mit lebensrettenden Blutkonserven rasch zu einer Herausforderung werden.

Heidi
Blutspendevorbild: Georg Winter von der Freiwilligen Feuerwehr Wienersdorf war bis jetzt 106 mal Blutspenden. Das nächste Mal will er im August beim Großheurigen in Pfaffstätten sein Blut spenden.Winter

Das Rote Kreuz ist deshalb das ganze Jahr über mit zahlreichen Blutspendeaktionen unterwegs. Im Bezirk Baden schafften im Vorjahr 3.156 Blutspender bei 66 Aktionen insgesamt 4.588 Vollblutspenden.

Einer von ihnen ist Georg Winter. Er ist nicht nur treues Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wienersdorf, sondern auch ein treuer, langjähriger Blutspender, der erst kürzlich mit der Goldenen Blutspendemedaille ausgezeichnet worden ist.

Die Freiwillige Feuerwehr Wienersdorf selbst macht sich schon länger um das Blutspendewesen verdient: 1978 organisierte sie im Gasthaus Maschler zum ersten Mal eine Blutspendeaktion für Traiskirchen, seit 25 Jahren wird diese Aktion im Feuerwehrhaus während der Zeit des Feuerwehrheurigens abgehalten.

„Früher war ja mit 65 Jahren Schluss, da durftest du nicht mehr Blutspenden gehen. Diese Altersgrenze ist aber aufgehoben worden.“

Sein Engagement begründet der 67-Jährige so: „Ich habe eine soziale Ader und mir ist es ein Anliegen, anderen Menschen zu helfen. Das erste Mal habe ich als junger Soldat gespendet. So bin ich bis jetzt auf 106 Spenden gekommen. Das ist ungefähr so viel wie ein Fassl Bier.“ Was Winter besonders freut: „Früher war ja mit 65 Jahren Schluss, da durftest du nicht mehr Blutspenden gehen. Diese Altersgrenze ist aber aufgehoben worden.“

Trotzdem wird es nicht einfacher, geeignete Blutspender zu finden. Das bestätigt auch Manfred Lang vom Roten Kreuz in Baden. Er meint, auch angesichts des kürzlich gefeierten Jubiläums „60 Jahre Blutspenden in Baden“: „Die größten Hemmschwellen liegen sicherlich im verhältnismäßig doch großem Aufwand für den Spender, da er ja nicht unmittelbar einen Nutzen davon trägt. Weitere Kriterien sind die doch hohen Sicherheitsstandards in Bezug auf gesundheitliche Risikogruppen und die Angst vor Ansteckungen, wobei diese im Grunde völlig unbegründet ist.“ Mut machen sollte, dass Karl Landsteiner, der Entdecker der Blutgruppen, in Baden geboren worden ist, und zwar am Hötzdorfer Platz 4.

Die nächste Gelegenheit Blut zu spenden ist am 5.. Juli von 15.30 bis 18.30 Uhr, sowie 6. Juli 9 bis 12 und 13 bis 15.30 Uhr jeweils in der VS Kottingbrunn. Am 8. Juli hält der Blutspendebus in Alland (10 - 14.30 Uhr).

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