Nationalratswahl 2019: Plus an Stimmen entscheidet. Eine hohe Wahlbeteiligung bringt Aufwind für jene Kandidaten, die nicht auf Platz 1 gereiht wurden.

Von Judith Jandrinitsch und Christoph Dworak. Erstellt am 27. August 2019 (05:58)
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Der Plenarsaal des Parlaments. Über dessen neue Zusammensetzung wird am 29. September entschieden.  Foto: Johannes Zinner
Johannes Zinner

Andreas Kollross aus Trumau, in der Gemeinde gleichzeitig amtierender Bürgermeister, (SPÖ), Carmen Jeitler-Cincelli, Wirtschaftsstadträtin in Baden, VP, Niki Scherak, NEOS, aus Oberwaltersdorf und Peter Gerstner, FPÖ, wohnhaft in Bad Vöslau, bilden aktuell das Nationalrats-Quartett aus dem Bezirk Baden.

Gerstner wird nach der Wahl nicht mehr dem Nationalrat angehören. Er kandidiert mit Platz 12 auf dem letzten Listenplatz, die Zweitgereihte hinter Spitzenkandidat Christian Höbart aus Guntramsdorf ist die Ebreichsdorfer Gemeinderätin Lisa Gubik.

Da die ÖVP diesmal auf einen Vorzugsstimmenwahlkampf verzichtet, ist es fix, dass Jeitler-Cincelli wieder ins Parlament einziehen wird. Die Chancen des Zweitplatzierten, Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ebenfalls den Sprung in den Nationalrat zu schaffen, liegen laut Badens VP-Geschäftsführer Hermann Fuhrmann bei „rund 50 Prozent“. Ausschlaggebend dafür sei eine hohe Wahlbeteiligung.

Jeitler-Cincelli schätzt: „Es bräuchte wohl ein Plus von vier Prozent, damit der Zweitgereihte ins Parlament einzieht. Wichtig ist hier im Wahlkreis auf jeden Fall das Thema Verkehr. Seit dem ich oft nach Wien pendle, sehe ich, dass hier eine Lösung gefunden werden muss.“

Auch SP-Spitzenkandidat Andreas Kollross weiß um die Bedeutung einer hohen Wahlbeteiligung. Er meint: „Im Vorjahr haben uns etwa 15.000 Stimmen auf ein zweites Mandat gefehlt. Falls wir das schaffen, dann hat die Zweitplatzierte Gaby Steiner aus dem Bezirk Mödling die größten Chancen.“

Das hindert Karin Blum, die Drittgereihte aber nicht daran, am 1. September mit dem Familienpicknick im Traiskirchner Stadtpark in den Wahlkampf zu starten.

Lisa Gubik beurteilt ihre Chancen, ins Parlament einzuziehen, so: „Ich bin meiner Partei dankbar, dass sie mir trotz meines jungen Alters die Möglichkeit gegeben hat, auf einem guten Listenplatz in meinem Wahlkreis kandidieren zu dürfen. Ob es schlussendlich reicht, wird am Wahltag der Wähler entscheiden.“

Christian Höbart startete mit dem „Heimatfest“ in Guntramsdorf am 31. August in den Wahlkampf, für ihn gilt es, das Direktmandat zu verteidigen.

Gabriele Gerbasits aus Kaltenleutgeben hofft vor allem auf ein grünes Comeback im Nationalrat. Punkten will die Wahlkreis-Spitzenkandidatin mit den Themen Umweltschutz und dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Niki Scherak, NEOS, ist nicht nur Wahlkreis-Spitzenkandidat, sondern auch jener von ganz Niederösterreich Er ist überzeugt, dass seine Partei gute Chancen hat. Er betont: „Wir müssen bezüglich Umweltschutz Klartext reden. An unserem vorgeschlagenen Modell der Steuerreform sieht man, dass CO2 auch einen Preis hat.“

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