Neuer Obmann der Milchgenossenschaft Niederösterreich

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:35
Lesezeit: 3 Min
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Raiffeisen-Holding Vorstandsdirektorin Veronika Haslinger, Johannes Schmuckenschlager, Johann Krendl, Martin Steiner und Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer.
Foto: NÖM
Martin Steiner wurde mit 132 von 133 Stimmen zum neuen Obmann der Milchgenossenschaft Niederösterreich gewählt.
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Damit ist der Hernsteiner Martin Steiner, der sich auch für die ÖVP in Hernstein im Gemeinderat engagiert, für mehr als 2.500 Milchbäuerinnen und -bauern der MGN verantwortlich.

Sein Vorgänger Johann Krendl wurde zum Ehrenobmann ernannt. Doch die Pandemie habe nicht dazu beigetragen, die Situation der Milchbauern zu verbessern.

Diese finden sich zunehmend unter Druck zweier bestimmender Positionen, weiß Steiner: „Auf der einen Seite gibt es die agrarpolitischen Rahmenbedingungen, auf der anderen Seite die Marktmacht der Handelsbetriebe. Dazwischen befinden sich die Milchbauern und liefern mit der Frischmilch ein Produkt, das nur begrenzt lagerfähig ist. Nur wenn die Milch veredelt wird zu Topfen, Fruchtjoghurt, Butter und Käse, dann profitieren die Molkerei und die Bauern auch finanziell davon.“ Davon legt auch die Statistik Zeugnis ab. Gab es im Jahr 2015, als das Milchkontingent fiel und das freie Spiel der Kräfte den Markt regeln sollte, noch 3.300 Milchbetriebe, so sind es heute nur mehr 2.500.

Steiners erstes Ziel ist es, die Position der Genossenschaft zu stärken. „Die Genossenschaft ist unheimlich wichtig. Das ist unser eigenes Unternehmen, wo wir mitreden können.“

In den Ställen gibt es nichts zu verstecken

Auch die Tierwohl-Debatte ist längst in die Ställe des Triestingtals eingezogen.

Doch Steiner betont: „Wir haben nichts zu verstecken. Im ersten Lockdown im Vorjahr waren so viele Menschen wie nie zuvor bei uns am Hof und im Stall unterwegs, weil den Leuten ist zuhause die Decke am Kopf gefallen, die Kinde wollten raus, also sind die Eltern mit. Das war aber auch die Chance für uns, zu zeigen, dass wir nichts zu verstecken haben und wie Landwirtschaft bei uns funktioniert.“ Er sage seinen Bauern auch immer: „Redet‘s mit den Leuten, erklärt, wie ihr arbeitet. Eine Landwirtschaft bei uns hat nichts mit einem Betrieb in Ostdeutschland oder Dänemark zu tun.“

Die steigenden internationalen Rohstoffpreise wirken sich auch lokal auf den kleinen Bauern aus. „Es steigen die Preise für Dünger, Futter, Sprit und Treibstoffe. Der Spielraum wird immer enger. Trotzdem will ich das Beste für die Bauern herausholen.“

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