Schwarze Taferl: Unterwegs mit etwas Besonderem. 2.314 Fahrzeuge mit alten schwarzen Nummernschildern gibt es im Bezirk Baden. Die NÖN traf ein paar davon.

Von Thomas Lenger und Andreas Fussi. Erstellt am 06. August 2019 (03:30)
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Großes Bild: Christoph Hauer mit seinem alten Renault mit schwarzem Kennzeichen.
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Christoph Hauer aus Baden ist einer der wenigen in der Kurstadt, der noch ein Fahrzeug mit alter Nummer hat, einen Renault 4CV aus 1960, mit 19 PS, drei Vorwärtsgängen und 747 cm . „Seit 40 Jahren habe ich das Auto, es war damals mein Zweitauto“, erinnert er sich. Jetzt ist das Fahrzeug ein Oldtimer, mit dem er auch bei diversen Rallyes mitmacht.

Er sei sehr stolz auf sein altes Auto, „ich muss es laufend reparieren lassen, dass es fährt.“ Gut, dass er da auf seine Werkstätte vertrauen kann, die Firma Stehlig in der Augustinergasse in Baden, die alle seine alten Fahrzeuge in Schuss hält. Hauer hat noch ein Motorrad Baujahr 1950 und zwei Trabanten sowie einen 37 Jahre alten Toyota-Bus. Sein Renault jedoch sei „etwas Besonderes – es gibt nicht mehr viele davon“.

Auch eine Badenerin, die nicht namentlich erwähnt werden möchte, nennt noch ein Fahrzeug mit alter Nummerntafel ihr Eigen. „Es war Liebe auf dem ersten Blick“, erinnert sie sich. Sie sei mit dem Wagen seit 30 Jahren unfallfrei unterwegs und motorisch sei er noch 100 Prozent in Ordnung.

Günter Holzapfel mit besonderem Kennzeichen auf seiner Maschine.
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Im Besitz einer alten Nummerntafel ist auch Badens ehemaliger Stadtamtsdirektor Günter Holzapfel. Es befindet sich auf seinem 45 Jahre alten Motorrad, einer Honda CB (Citybike) 350 und hat die Nummer N 2002, die damalige Zulassungsstelle wollte ihm mit dieser besonderen Nummer eine Freude machen. Das Datum der Zulassung war der 25. März 1974.

„Es rennt wie ein Glöckerl“, freut er sich über sein altes Motorrad. Alles seien Originalteile, bis auf die Reifen. Er fahre auch nur 250 Kilometer pro Jahr, das weiteste sei ein Ausflug nach Mariazell. Er findet, seine alte Maschine schaue sehr gut aus und die schwarze Nummer passe dazu. Das Kennzeichen garantiere ihm auch, kein „Hatzerl“ machen zu müssen. „Ich fahre nur gemütlich.“ Wenn flotte Biker näherkommen, die alte Nummer sehen und sein weißes Haar, überholen sie und winken ihm zu…

„Es rennt wie ein Glöckerl“

Dass nicht mehr sehr viele schwarze Kennzeichen im Straßenverkehr sind, weiß Oldtimer-Experte Karl Eder (64). Der Kfz-Sachverständige betreibt auch eine kleine Werkstatt in Pottendorf. Er selbst besitzt noch vier schwarze Nummernschilder sowie zwei blaue für Probefahrten sowie eines auf seinem Motorrad und eines als Wechselkennzeichen für zwei Oldtimer.

„Bei dem Motorrad handelt es sich um eine Puch Baujahr 1941. Das andere Kennzeichen ist ein Wechselkennzeichen für einen schwarzen Volvo Baujahr 1964, welchen ich 1983 erstmals angemeldet habe. Das zweite Fahrzeug ist ein MG Baujahr 1967, welches bereits 1977 angemeldet wurde“, erzählt Eder. Er persönlich hängt sehr an den Kennzeichen, immerhin handelte es sich um sein aller erstes Kennzeichen. „Ich bin gerade bei der Restaurierung der beiden Fahrzeuge. Im Oktober wird der erste fertig, dann werde ich wieder öfters mit ihm und den schwarzen Nummern unterwegs sein“, kündigt der Oldtimer-Fan an, der insgesamt 20 Oldtimer besitzt. „Ich weiß, dass ich die Kennzeichen nicht ewig behalten kann, aber so lange es geht, werde ich sie nicht zurückgeben“, sagt der Experte.