UVP für Hochwasserschutz ist auf Schiene. Die Errichtung von linearen Maßnahmen und von Retentionsbecken bedarf einer Umweltverträglichkeitsprüfung.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 05. Oktober 2019 (03:12)
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Oberwaltersdorfs ÖVP-Bürgermeisterin Natascha Matousek.
Lenger

Seit Jahrzehnten kämpfen die Gemeinden Münchendorf, Trumau und Oberwaltersdorf um Hochwasserschutzmaßnahmen, die auch im Fall eines hundertjährigen Hochwassers die Orte zuverlässig schützen.

Die drei Gemeinden haben sich im Triestingwasserverband zusammengeschlossen, Münchendorfs Bürgermeister Josef Ehrenberger, SPÖ, ist der Obmann des Verbandes. Seit dem feststeht, dass das Land Niederösterreich grünes Licht für das Hochwasserschutzprojekt gegeben hat und das Vorhaben mit einer Förderung von 30 Millionen Euro unterstützt, war unklar, ob das Projekt auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen muss.

So weit wie jetzt waren wir noch nie. Mit der Zusage des Wohnparks Fontana ist ein großer Schritt gelungen.“Bürgermeisterin Natascha Matousek, Oberwaltersdorf

Der Feststellungsbescheid, ob das Projekt UVP-pflichtig ist oder nicht, wurde vom Triestingwasserverband angestrengt. Jetzt liegt das Ergebnis auf dem Tisch: Vor dem Bau der Hochwasserschutzmaßnahmen muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden. Ehrenberger hält dazu fest: „Es ist eine sehr intensive Geschichte, die da jetzt auf uns zukommt.“

Zwar müssen an die 19 Disziplinen in der UVP geprüft werden, da aber auch drei große Retentionsbecken projektiert sind, zwei davon in Oberwaltersdorf, muss auch die Staubeckenkommission tagen und ihren Sanctus zu dem Projekt geben.

Ehrenberger erklärt: „Von den Staubecken sind als Grundeigentümer in erster Linie das Stift Heiligenkreuz und Fontana in Oberwaltersdorf betroffen.“ Bürgermeisterin Natascha Matousek, ÖVP, aus Oberwaltersdorf bekräftigt optimistisch: „Mit der Zusage des Wohnparks Fontana ist ein großer Schritt gelungen. Wir haben auch schon Ersatzflächen für kleinere Grundstückseigentümer von im Hochwasserfall betroffenen Gebieten bereit stellen können.“

Die Bürgermeisterin arbeitet mit ihrem Team im Moment an einem Info-Schreiben, dass in den nächsten Tagen an alle Haushalte gehen soll, und in dem alle notwendigen linearen Maßnahmen erläutert werden. Doch wie wird die UVP ablaufen? Das erklärt Ehrenberger so: „Wir müssen vonseiten des Wasserverbandes Gutachten für alle in der UVP geforderten Teilbereiche wie Geotechnik, Hydrogeologie, Kriegsmitteluntersuchung und viele Disziplinen mehr erbringen. Dazu gibt es ein Spiegelgutachten vom Land, das im Idealfall im Ergebnis mit unserem Gutachten übereinstimmt.“

Als erste Maßnahme werden in Oberwaltersdorf Bodenproben hinter der Fontana entnommen, um zu prüfen, ob die Staubecken so wie vorgesehen errichtet werden können. Alleine die Planungskosten der UVP werden rund zwei Millionen Euro betragen, die Vorfinanzierung dieser Summe übernimmt der Verband.