Wegen Coronavirus: Weltspartag auf Raten. Coronabedingt weiten Banken im Bezirk den Weltspartag am 30. Oktober auf eine Weltsparwoche aus. Wie üblich soll die Aktion vor allem Kinder zum Sparen motivieren.

Von David Steiner. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:45)
Weingartner-Foto

Sparer, die Schlange stehen und darauf warten, ihre Münzen durch die Zählmaschine purzeln zu hören, soll es heuer am Weltspartag, 30. Oktober, nicht geben. Mehrere Banken im Bezirk Baden stehen für ihre Kundinnen und Kunden im Rahmen einer Weltsparwoche an mehreren Tagen bereit, organisieren aus Sicherheitsgründen jedoch kein Rahmenprogramm.

Die Leuchtkraft des Weltspartags hat in den letzten Jahren abgenommen, so der Tenor, nicht aber die grundsätzliche Bedeutung des Sparens.

Diese wird vor allem Kindern vermittelt. „Gerade den Jüngsten und Kleinsten gilt es, das Prinzip von Sparen von Guthaben zu vermitteln. Nach dem Motto ‚Spare in der Zeit, dann hast du in der Not‘ sollen sie sich auch später Eigenmittel und Kapital für zukünftige Käufe ansparen“, erklärt Hermann Weiszbart, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Region Baden.

Stefan Winkelmayer, Geschäftsstellenleiter der Hypo NOE Landesbank in Baden, meint: „Es ist doch immer wieder schön, zu sehen, wie Kinderaugen strahlen, wenn sie das übers Jahr gesparte Geld zunächst im Münzzähler ‚rascheln‘ hören, dann ein Gefühl für Zahlen bekommen, wenn sie den neuen Stand im Sparbuch angedruckt bekommen und dafür auch noch ein Geschenk bekommen.“ Historisch gesehen sei es Winkelmayer und seinem Team auch immer gelungen, am Weltspartag neue Kunden zu gewinnen. Auch die Volksbank wird sich auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, was „in Nullzinszeiten ohnedies überaus schwierig ist“, betont Volksbank-Regionaldirektor Martin Heilinger.

Klassische Sparbücher verlieren an Bedeutung

Das Sparbuch verliere zunehmend an Bedeutung aufgrund der de facto Nullverzinsung und der damit fehlenden Ertragsdifferenz zu Giroeinlagen. „Wir raten unseren Kunden, Einlagen nur in Höhe von drei bis sieben Monatsnettoeinkommen als Notgroschen zu halten und sämtliche darüber hinausgehende Liquidität in höherwertige Veranlagungen zu investieren“, erklärt Heilinger.

Bei Hypo Ende der Ära Sparbuch eingeläutet

Die Hypo NOE Landesbank gibt seit heuer keine Sparbücher mehr für „Neugeld“ aus, gemeint sind Einlagen, die neu zur Hypo NOE transferiert werden, erklärt Geschäftsstellenleiter Winkelmayer. Er führt weiter aus: „Nach anfänglichem Gegenwind, der zum Teil von Kunden kam, haben sich unserer Bestandskunden damit angefreundet und weichen auf neue Alternativen aus.“

Für die Sonderzielgruppe (Land Niederösterreich) gebe es in Kombination mit dem Girokonto ein täglich fälliges Sparkonto. Eine Alternative sei etwa Fondssparen, sagt Winkelmayer. Direktor Weiszbart meint: „Wir bei Raiffeisen sehen das Sparbuch noch immer als mögliche Sparform neben Alternativen mit höheren Erträgen an. Mit dem Sparbuch kann man gerade die Jüngsten ans Sparen heranführen. Kinder halten etwas in den Händen, sehen schwarz auf weiß, wie viel Geld sie gespart haben.“ Als Vorbereitung für das Online-Sparen sei das Sparbuch durchaus sinnvoll.

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