Wissen wirkt gegen das Coronavirus. Zwei Hotlines und die wichtigsten Schutzmaßnahmen sollte jeder kennen.

Von David Steiner. Erstellt am 03. März 2020 (03:09)
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Im Dezember erkrankten die erstenMenschen in China am neuen Coronavirus.Inzwischen gibt es auch schon Fälle inÖsterreich.
Shutterstock/Jarun Ontakrai

Auf Ebene der Behörden befinde sich der eingerichtete Sanitätsstab der Gesundheitsabteilung des Landes Niederösterreich in ständigem Austausch mit der Bezirkshauptmannschaft Baden, heißt es aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Als Anlaufstelle für allgemeine Fragen stehe die Homepage, aber auch eine eigene Hotline der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) unter 0800 555 621 rund um die Uhr zur Verfügung.

Bei Verdacht sollte primär die Gesundheitshotline 1450 kontaktiert werden. Diese informiere unmittelbar die zuständige Behörde. „Ich will nicht zu Hamsterkäufen anregen, aber jeder sollte sich überlegen, gewisse Vorräte zu Hause zu haben, falls er krankheitsbedingt nicht das Haus verlassen kann, rät Landtagsabgeordneter Christoph Kainz, ÖVP, Präsident des Niederösterreichischen Zivilschutzverbandes (NÖZSV).

„Jeder sollte überlegen gewisse Vorräte zu Hause zu haben, falls er krankheitsbedingt nicht das Haus verlassen kann.“ Christoph Kainz , Präsident NÖZSV

Das Rote Kreuz Niederösterreich und die Gesundheitsbehörden hätten sich gut und intensiv auf ein Auftreten von Corona-Fällen in Österreich vorbereitet, erklärt Sonja Kellner, Sprecherin des Roten Kreuzes Niederösterreich, eine der Rettungsorganisationen, die mit dem Transport von Verdachtsfällen beauftragt wird. „Kommt es zu einem Transport von Corona-Verdachts-Patienten sind die Hygienestandards sehr hoch. Zudem wurden alle Mitarbeiterinnen über die grundlegenden Hygienevorschriften informiert, die es auch bei der normalen Grippe zu beachten gilt. Diese Empfehlungen gelten generell für jeden in der Bevölkerung“, erklärt Kellner.

Immer wieder nennen Ärzte gründliches Händewaschen als eine der wichtigsten Maßnahmen, um eine Übertragung von Viren zu verhindern. (Mehr dazu auf Seite 4). Gründlich bedeutet: Mehrmals täglich, mit ausreichend Seife. Beim Händewaschen müssen Handflächen, -rücken, Daumen und die Zwischenräume und Spitzen der Finger berücksichtigt werden.

Beim Husten und Niesen sollen Ellenbogen oder Taschentücher vorgehalten werden. Der direkte Kontakt mit erkrankten Menschen ist zu meiden. Wer selbst erkrankt ist, sollte daheim bleiben. Typische Symptome seien Fieber, Husten, Niesen, Halsschmerzen und Kurzatmigkeit, erklärt der Badener Arzt Heinz Zickero. Praktische Ärzte hätten in ihrer Ordination keine Möglichkeit, Verdachtsfälle auf das neue Corona-Virus zu testen. Bei Verdacht sei die Hotline 1450 anzurufen und auf keinen Fall selbstständig ein Arzt aufzusuchen, erklärt auch Bezirksärztesprecher Horst Birkner. Er verweist darauf, dass Medikamente in Testung seien. Doch die Informationslage über das Virus sei noch dürftig. Insgesamt schätzt der Mediziner, dass das neue Corona-Virus in Mitteleuropa aufgrund von guter Gesundheitsversorgung und Hygienemaßnahmen besser abgewehrt werden könne als in anderen Regionen.

Wie zahlreiche Ärzte weist auch Birkner darauf hin, dass eine Gesichtsmaske keinen wirksamen Schutz vor Infektionen biete. Sinn mache sie eher bei Kranken, wo die Maske beim Niesen und Husten Tröpfchen abfangen könne.

Bis Redaktionsschluss (1. März) meldete das Gesundheitsministerium 14 bestätigte Corona-Erkrankungsfälle, zwei davon in Niederösterreich. Es handelt sich dabei um ein Ehepaar aus dem Bezirk Korneuburg, wie am Samstagvormittag, 29. Februar, bekannt wurde. Die Zahlen können sich stündlich ändern. Bis zur Entwicklung eines Medikaments oder Impfstoffs kann man der Ausbreitung des Virus nur mit umfassenden Informations- und Schutzmaßnahmen begegnen.

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