Protest gegen Bahntrasse: "Hände weg vom Naturschutzgebiet!"

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 05:34
Lesezeit: 3 Min
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Josef Ahorn (l.) und Bernhard Haschka (r.) vor dem Klimaschutzministerium.
Foto: privat
Bürgerinitiative „IG Schleife Ebenfurth/Unter Au“ überreichte Klimaschutzministerium 700 Unterschriften.
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Das Ziel der Interessensgemeinschaft: Die ÖBB Trasse durch das Natura 2000 Gebiet Ebenfurth/Unter Au verhindern. Dazu übergaben die beiden Vertreter der Bürgerinitiative „IG Schleife Ebenfuth/Unter Au“, Bernhard Haschka aus Pottendorf und Josef Ahorn aus Weigelsdorf gemeinsam mit dem Anwalt der Bürgerinitiative „fristgerecht“ im Bundesministerium für Klima und Umweltschutz die gesammelten Unterschriften und die zahlreichen Einwendungen.

Interessensgemeinschaft will Gespräche fortsetzen

Das wertet der Sprecher der IG Schleife Ebenfurth/Unter Au Josef Ahorn als „großen Erfolg der Bürgerinitiative, das Natura 2000 Gebiet zu erhalten und zu schützen.“

Abgegeben wurden die Unterschriften innerhalb der öffentlichen Auflagefrist zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) in den Standortgemeinden. Ahorn führt weiter aus: „Wir wollen die Gespräche auf politischer Ebene bzw. mit Vertretern der ÖBB fortsetzen und hoffen auf den guten Willen aller Beteiligten, um zu einer konstruktiven Lösung zu kommen.“ Außerdem will man die Unterschriften noch vor der Landtagswahl an den NÖ Landtag übergeben. Ebenfurths Bürgermeister Alfredo Rosenmaier, SPÖ, sieht die Situation unter zwei Prämissen. „Eine Bürgerinitiative hat das Recht gehört zu werden“, sagt der Stadtchef. Allerdings habe für ihn das Projekt „einen gewissen Charme“ und käme der Ortsentwicklung von Ebenfurth entgegen. Immerhin würden durch die Schleife drei Eisenbahnkreuzungen in seiner Gemeinde wegfallen. Und Ebenfurth bekommt einen neuen Bahnhof.

„Der Pendlerverkehr wird zu 100 Prozent bedient“

„Der Pendlerverkehr wird zu 100 Prozent bedient“, betont Rosenmaier. Für ihn ist es wichtig, „alle Meinungen zu hören und die Menschen mitzunehmen“. Er sieht die Notwendigkeit, weg vom Autoverkehr auf der Straße zu kommen. „Kaum will man aber Schienen bauen, so kommen ganz viele Argumente, warum das nicht geht.“ Klar ist für ihn aber auch, dass jede Trasse die Landschaft verändert. In Ebenfurth will man aber nach einer Trassenverlegung, wie immer diese ausschaut, Bahngrundstücke zurückkaufen und diese so renaturieren, damit sie zum Naherholungsraum für die Bevölkerung werden. Pottendorfs Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner, SPÖ, möchte sich zur geplanten Trassenführung bezüglich der Schleife Ebenfurth nicht äußern. „Das ist Sache der ÖBB“, sagt Sabbata-Valteiner.

Die Schleife ist notwendig, damit die Pottendorfer Linie auf burgenländischer Seite ab Neufeld in die Raaberbahn eingebunden werden kann.

Die burgenländischen Pendler sollen dann in 45 Minuten von Eisenstadt nach Wien fahren können – ohne den ungeliebten Zwischenstopp in Ebenfurth. Das bringt pro Strecke eine Zeitersparnis von sieben Minuten.

Denn ohne Schleife kommt man nicht ins Burgenland, egal, welche Variante gewählt wird – ob durch die Ebenfurther Au, entlang der A3 oder durch Pottendorf/Landegg.

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