Tödlicher Pyro-Unfall in Silvesternacht: Prozess am 8. Juli

Erstellt am 13. Juni 2022 | 16:13
Lesezeit: 2 Min
Landesgericht Wiener Neustadt Symbolbild
Landesgericht Wiener Neustadt
Foto: Google Earth Pro
Der tödliche Pyrotechnik-Unfall in der Silvesternacht in Klausen-Leopoldsdorf (Bezirk Baden) hat am 8. Juli in Wiener Neustadt ein juristisches Nachspiel. Das teilte Birgit Borns, die Sprecherin des Landesgerichts Wiener Neustadt, am Montag auf APA-Anfrage mit.
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Drei Angeklagte müssen sich wegen grob fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Ein 23-Jähriger war nach der Zündung einer Kugelbombe gestorben.

Über den anstehenden Prozess hat am Montag zuerst der "Kurier" online berichtet. Der Anklageschrift zufolge handelt es sich bei den Beschuldigten um Niederösterreicher im Alter von 23 bis 25 Jahren. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft.

Zwei der Angeklagten sollen die Kugelbomben - Feuerwerkskörper der Kategorie F4 - gemeinsam mit dem späteren Todesopfer in Tschechien gekauft und rechtswidrig nach Österreich importiert haben. Vorgesehen ist die Verwendung solcher Pyrogegenstände nur von Personen ab 18 Jahren mit Fachkenntnis. Einen entsprechenden Nachweis besitzt allerdings keiner der Beteiligten.

Laut Staatsanwaltschaft wurden in der Silvesternacht auch die in deutscher Sprache auf den Verpackungen der Feuerwerkskugeln angebrachten Warnhinweise missachtet. Außerdem wurde die verwendete Abschusskonstruktion als nicht fachgerecht eingestuft. Wegen des Fehlens einer elektronischen Vorrichtung zündete einer der Pyrogegenstände der Anklage zufolge sofort. Die Geschwindigkeit der Explosion wurde mit drei bis zehn Metern pro Sekunde angegeben.

Die Detonation löste beim 23-Jährigen ein offenes Schädel-Hirn-Trauma mit tödlicher Atem- und Hirnlähmung aus. Mehrere weitere Personen, unter ihnen auch zwei der drei Angeklagten, wurden beim dem Vorfall u.a. im Gesichtsbereich verletzt.

Geplant gewesen war die Zusammenkunft auf einer Wiese als Silvesterfeier. Der 23-Jährige hatte sich gemeinsam mit mehreren anderen Menschen in direkter Nähe zum Pyrogegenstand aufgehalten, um den vorherrschenden Wind abzuschirmen.

Anberaumt ist der Prozess laut Borns am 8. Juli von 9.30 bis 12.00 Uhr. Die Zeugenliste umfasst der Anklage zufolge zehn Namen.

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