Wunsch: „Normaler Schulstart“. Für Lehrende und Schüler des Bezirks Baden kehrt ein Stück Alltag wieder.

Von Judith Jandrinitsch und David Steiner. Erstellt am 02. September 2020 (05:45)
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„Mein Beruf ist meine Berufung“, betont Sonja Skudnigg, die nach der Pensionierung von Sonja Horak die Leitung der Volksschule Traiskirchen übernimmt. Und diese Schule ist keine kleine. 352 Schülerinnen, davon rund 100 in Vorschule und erster Klasse, warten auf Skudnigg.

Doch Skudnigg, die zuletzt in der Volksschule Teesdorf unterrichtet hat, meint: „Eine meiner Schwerpunkte ist die Integration. Da ich in meiner Laufbahn als Lehrerin wohl schon jeder Situation begegnet bin und vieles im Unterricht ausprobiert habe, möchte ich meine gewonnenen Erfahrungen jetzt gerne an der Spitze einer Schule umsetzen. Ich weiß, dass ich in Traiskirchen dazu ein tolles Team habe.“ Mehr zur Person der neuen Direktorin gibt‘s auf Seite 18.

„Schüler sollen Spaß miteinander haben, Beziehungsarbeit leisten und nicht alles digital machen müssen.“ Brigitte Gumilar, Mittelschule-Direktorin, Pelzgasse Baden

Auch auf Lidwina Unger, der neuen Direktorin der Volksschule Ebreichsdorf, kommt erstmals eine Leiterinnenfunktion zu. „Ich habe mir manchmal jetzt während des Sommers schon gedacht, was hast du dir da vorgenommen, aber meine Tochter hat mich davon überzeugt, wenn ich es jetzt nicht mache, dann mache ich es wahrscheinlich gar nicht mehr“, erzählt die Wiener Neustädterin.

240 Schüler, vier erste Klassen und eine Vorschulklasse warten auf Unger, die selbst drei Kinder hat und daher nicht nur aus ihrer bisherigen Unterrichtstätigkeit weiß, „was es alles gibt“. Stolz verweist Unger auch auf die Corona-Ampel des Bildungsministeriums, mit der sie sich auch schon auseinandergesetzt hat. „Wir haben als schulinternes digitales Kommunikationsmedium schoolfox ausgewählt, hoffen aber auf einen weitestgehend normalen Schulstart“, sagt Unger, die Im Interview auf Seite 30 Über ihren beruflichen Werdegang erzählt.

Wenn Sonja Skudnigg etwas Positives aus der Zeit des Lockdowns mitnimmt, dann „dass die Kinder an digitalen Kompetenzen gewonnen haben und bemerkt haben, dass man das Internet und das Smartphone zu weit mehr nutzen kann als nur, um YouTube-Videos anzuschauen.“ Auch die Eingangssituation hat sie sich schon genau angeschaut, „wir werden zwei Eingänge für die Kinder öffnen, um das Zusammenrotten in diesem sensiblen Bereich weitestgehend zu verhindern“, sagt Skudnigg.

Auch Brigitte Gumilar, Direktorin an der Mittelschule Pelzgasse in Baden, hofft auf einen halbwegs normalen Schulstart. „Ich wünsche mir, dass die Kinder Spaß miteinander haben können, dass Beziehungsarbeit geleistet werden kann und wir nicht alles digital machen müssen“, erklärt die Schulleiterin.

Im Schuljahr 2020/21 fällt in den Mittelschulen der Zusatz „Neu“. Diese Umbenennung ist Teil des „Pädagogikpakets neu“. Eine zentrale Änderung kommt mit den Leistungsniveaus „Standard“ und „Standard AHS“. Mittelschulen steht nun neben dem Team-Teaching mit zwei Lehrenden, die eine Klasse gesamt unterrichten, auch die Option offen, Schülerinnen verschiedener Leistungsniveaus getrennt mit je einem Lehrenden zu unterrichten. Die Mittelschule Pelzgasse setzte die Änderungen als Pilotmittelschule bereits im vergangenen Schuljahr um.

„Wir haben uns für eine Mischform in allen Hauptfächern entschieden. Zum Beispiel teilen wir vier Mathematikstunden in zwei Team-Teaching-Stunden und bis zu zwei Stunden Begabtenförderung mit getrennten Gruppen“, berichtet Gumilar. Die zwei Standards würden sich hinsichtlich des Komplexitätsgrades bei Prüfungsaufgaben unterscheiden. Schülerinnen im Leistungsniveau „Standard AHS“ würden auch strenger beurteilt werden, erklärt Gumilar. Wie die Bezeichnung schon verrät, soll das angestrebte Niveau vergleichbar mit dem AHS-Schultyp sein.

Nächste Woche startet die Mittelschule Pelzgasse heuer mit fünf ersten Klassen in Schuljahr, was dem Schnitt der letzten Jahre entspricht. „Im Herbst kommen auch noch neue Schülerinnen in höheren Klassen dazu. Die Gesamtschülerzahl ist in etwa die gleiche wie im Vorjahr, erklärt Gumilar. Wie die erweiterte Sommerschule an der Mittelschule Pelzgasse mit Unterstützung des Lions Club Baden funktionierte, ist auf Seite 12 zu lesen.

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