Badner Imker Erich Breitenender: „Ich diene den Bienen“

Erstellt am 01. Juni 2022 | 05:45
Lesezeit: 3 Min
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Erich Breiteneder bei der Honigschleuder im Bienenhotel, wo er die süße Köstlichkeit mit dem Schaber in der Hand abschöpft.
Foto: Jandrinitsch
Erich Breiteneder hat das erste Bienenhotel Badens eröffnet. Er setzt sich für Qualitätshonig aus Region ein.
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Die Kleingartensiedlung zwischen ehemaligen Wr. Neustädterkanal und Badner Bahn Schienen hat eine Besonderheit: „Ich nenne es das erste Bienenhotel von Baden, denn ich versuche, den Bienen und ihren Ansprüchen hier so gerecht zu werden, dass sie gerne hier bei mir bleiben. Denn einsperren kann man Bienen nicht – sie kommen freiwillig oder gar nicht“, erläutert der pensionierte Berufsschullehrer, „ich diene den Bienen“.

Nur einfach still sitzen und nichts tun, das ist nicht die Art von Breiteneder. Also hat er in der Pension mit der Imkerei begonnen, „aber pur und unverfälscht, zu meinem Honig kommt nichts dazu, bei mir im Kleingarten wird nichts gespritzt, es gibt keine Pestizide“, sagt Breiteneder. Das Spannungsfeld zwischen Imker und Landwirten ist ihm vertraut. „Ich stamme selbst aus einem bäuerlichen Haus, aber ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, je weniger Spritzmittel ausgebracht werden, desto besser ist es für die Bienen. Ich hatte im Vorjahr keinen einzigen Ausfall bei meinen 18 Bienenvölkern und das will was heißen. In der Steiermark sind die Obstbauern so weit, dass sie von Imkern Bienenvölker anmieten, weil es sonst mit der Bestäubung nicht funktioniert.“

Sehr hilfreich wäre es für die Imker, „wenn es endlich zu einer regionalen Kennzeichnung bei den Honigetiketten kommt. Die Konsumenten müssen wissen, woher der Honig kommt, ob ihnen chinesischer Honig lieber ist als einer aus Baden“, gibt der Imker zu bedenken.

Ukrainekrieg betrifft auch die Honigversorgung

Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf die einheimische Honigproduktion. „Die Ukraine war eines der Länder in Europa, aus dem am meisten Honig nach Österreich importiert wurde. Das wird heuer nicht funktionieren.“ Breiteneder hat nicht nur studiert, wie man Honig produziert, sondern auch den Lebenszyklus der Bienen. Und der ist, sieht man von der Königin ab, eigentlich sehr kurz. Eine Arbeitsbiene wird im Sommer etwa 35 Tage alt, eine Winterbiene bringt es maximal auf neun Monate.

Aber entmutigen lässt sie sich dadurch nicht, sie arbeitet sich quasi hoch, „eine Auszeichnung ist es für sie, wenn sie ausfliegen darf, um neue Nahrungsquellen zu erschließen“, weiß der Imker. Hat sie eine neue Tracht gefunden, wie es in der Imkersprache heißt, teilt sie das in der Bienensprache aber nur ihrem Stock mit „und geht nicht zu anderen Stöcken petzen“, schmunzelt Breiteneder.

Die männlichen Bienen, die Drohnen, haben nur eine Aufgabe: die Königin zu befruchten. Welche Arbeitsbiene allerdings mit Gelee Royal gefüttert wird und so zur Königin wird, entscheiden die Arbeitsbienen selbst.

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