Achterbahn bei Badens Tourismus

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:41
Lesezeit: 4 Min
Tourismuswirtschaft im Wechselbad der Gefühle zwischen Lockdown, Top- Sommer, Welterbe und erneutem Lockdown.
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In einer Online-Pressekonferenz zieht ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek eine positive Bilanz trotz schwieriger Rahmenbedingungen: „Die Tourismuszahlen für die Saison 2020/21 bestätigen, dass die Stadt Baden ein attraktives Reise- und Ausflugsziel ist.“

Gründe seien die „erfolgreiche Tourismusstrategie, hohe Medienpräsenz und zugkräftige Attraktionen wie ‚La Gacilly - Baden-Photo‘“. Mit der UNESCO-Welterbe-Anerkennung als Teil der „Great Spa Towns of Europe“ eröffnen sich „weitere Chancen, Baden als Stadt des besonderen Erlebens zu positionieren.“

„In den Zeiten, in denen wir aufsperren durften, waren wir sehr erfolgreich“ Tourismusdirektor Klaus Lorenz

Auch Tourismusdirektor Klaus Lorenz sieht das abgelaufene Tourismusjahr positiv: „In den Zeiten, in denen wir aufsperren durften, waren wir sehr erfolgreich“. Der Verlauf der Zahlen von 2021 würden „pandemiebedingt einer Achterbahnfahrt“ gleichen. Während des langen Lockdown ab November 2020 bis Mai 2021 war Tourismus nur eingeschränkt möglich und die Übernachtungen erreichten nicht einmal die Hälfte des Volumens „normaler“ Jahre.

Erfolgreicher Sommer

In den Sommermonaten konnte sich der Badener Tourismus allerdings „hervorragend entfalten“, meint Lorenz und bezeichnet die Ergebnisse in der gewerblichen Hotellerie im Sommer nach dem Lockdown „als beinahe schon sensationell“. Während der Juni noch moderate Zahlen aufwies, wurden in den Folgemonaten Juli bis September annähernd die Übernachtungszahlen des Rekordjahres 2019 erreicht. Im Juli wurden mit 13.214 Übernachtungen sogar mehr als 2019 (13.058) verzeichnet.

Insgesamt konnten die Übernachtungszahlen, trotz der Covid-19-Einschränkungen, für das gesamte Tourismusjahr auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. „Dieser bemerkenswerte Erfolg begründet sich in der intensiven Zusammenarbeit der Geschäftsgruppe Tourismus mit der Badener Tourismuswirtschaft einerseits, aber auch in den insgesamt richtig gewählten Einschätzungen und Aktivitäten im Marketingplan 2021“, erläutert Lorenz. In den Rehakliniken und Kureinrichtungen wurden die Übernachtungszahlen von 2019 aufgrund der Rahmenbedingungen erst im Oktober wieder erreicht.

Positiv habe sich die Konzentration auf Österreich und die Nachbarländer ausgewirkt. Die Zugewinne bei den Ergebnissen von Juni bis Oktober 2021 machen beim österreichischen Markt ein Plus von 23 Prozent aus (42.897 Übernachtungen). Erfreulich seien auch die Zahlen in Deutschland, (11.484, ein Minus von 14,5 Prozent) der Tschechischen Republik (1.360 Übernachtungen, ein Minus von 15,6 Prozent) und vor allem Israel, wo es bei 1.406 Übernachtungen ein Plus von 6 Prozent gibt.

Sehr positiv sei weiterhin der Tagestourismus. Nach den Lockdowns waren wieder sehr gute Frequenzen in der Badener Innenstadt festzustellen. Als Gründe nennt Lorenz die intensive Veranstaltungstätigkeit und das damit verbundene jüngere Image Badens, der verstärkte Zustrom von Tagesgästen aus Wien sowie das Fotofestival, das sich vor allem ab August wieder als Publikumsmagnet erwiesen habe.

„Mit der Anerkennung des Welterbestatus hat die Stadt hervorragende Voraussetzungen. Nun gilt es, dieses Potenzial für einen Aufschwung zu nutzen.“Stadtrat Hans Hornyik

Ins Schwärmen geraten Szirucsek und Lorenz bei der Medienberichterstattung: „Mehr als 500 qualifizierte Medienauftritte in TV- und Radiostationen, Printmedien in mindestens 9 Nationalstaaten sowie auf Onlineplattformen mit einem Werbewert von mindestens 5 Millionen Euro sind herausragend.“ Diese Rekordreichweiten würden sich „in Zukunft positiv auf die Entwicklung der Tourismusdestination Baden auswirken“, so Lorenz.

Die Marketingstrategie der Stadt für heuer lautet: Erfrischend anders - erfrischen Welterbe!“. Unter diesem Motto werden in Abstimmung mit Österreich & Niederösterreich Werbung die Kampagnen 2022 laufen. Dabei werde das UNESCO Welterbe als Leitthema in die Auslage gestellt. Baden soll als dynamische und lebenslustige Tourismusdestination positioniert werden, mit dem umfassenden Kulturangebot als Hauptattraktion. Badens Welterbe-Beauftragter, Stadtrat Hans Hornyik, ÖVP, weiß: „Mit der Anerkennung des Welterbestatus hat die Stadt hervorragende Voraussetzungen. Nun gilt es, dieses Potenzial für einen Aufschwung zu nutzen.“

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