Baden bei Gymnasiums-Verteilung bevorzugt, Traiskirchens Chef kontert

Erstellt am 10. August 2022 | 05:21
Lesezeit: 3 Min
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Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler.
Foto: shutterstock.com/Billion Photos; privat
Bildungsministerium erklärt, warum 3. Gymnasium an Baden geht. Traiskirchens Stadtchef Andreas Babler kontert.
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Bis zum Jahr 2030 soll die Stadt Baden noch ein drittes Gymnasium dieses Schultyps erhalten.

Nach Auskunft der Bildungsdirektion für Niederösterreich hatten neben Baden und Traiskirchen vor einigen Jahren auch noch Brunn am Gebirge und Vösendorf Interesse an einem AHS-Standort südlich von Wien bekundet. „Diese Anliegen sind aber von den beiden Gemeinden nicht weiter konkretisiert worden“, teilte Bildungsminister Martin Polaschek, ÖVP, in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Grünen Nationalratsabgeordneten Elisabeth Götze mit.

„Wir haben uns aktiv um den Schulstandort als Gymnasium beworben, wir führen seit 2001 Gespräche, loten aus, welche Voraussetzungen wir erfüllen müssen, haben immer wieder nachgefragt, wie die Chancen stehen und es wurde uns mitgeteilt, man wisse nichts.“
Andreas Babler

Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, hatte die Entscheidung, die im März im Rahmen einer Pressekonferenz in Baden mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bildungsminister Martin Polaschek verkündet wurde, scharf kritisiert. „Wir haben uns aktiv um den Schulstandort als Gymnasium beworben, wir führen seit 2001 Gespräche, loten aus, welche Voraussetzungen wir erfüllen müssen, haben immer wieder nachgefragt, wie die Chancen stehen und es wurde uns mitgeteilt, man wisse nichts. Zwei Wochen später findet dann die Pressekonferenz statt, auf der die Entscheidung verkündet wird“, sagte Babler im März dieses Jahres.

Trotz Antrags im Bildungsministerium auf Aufnahme in das Schulentwicklungsprogramm (SCHEP), die abermals 2017 erfolgte und einer Vertiefung der Gespräche und Einarbeitung der Wünsche des Landes im Frühjahr 2021, sei nun gegen Traiskirchen und die Südregion des Bezirkes entschieden worden.

In der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage heißt es, mit der Gründung eines neuen Standortes einer Allgemein Bildenden Höheren Schule (AHS) in Baden wäre der im Schulentwicklungsprogramm genannte neue Standort südlich von Wien realisiert.

Schülerströme schon jetzt nach Baden orientiert

Die Schülerströme seien jetzt schon nach Baden orientiert, die geplanten Ausbaumaßnahmen in den bestehenden Standorten „AHS Frauengasse“ und „AHS Biondekgasse“ könnten voraussichtlich kleiner ausgeführt werden, was aus städtebaulicher Sicht Vorteile habe. Am Bildungscampus würde ein Gebäudeverbund entstehen, in dem die Pädagogische Hochschule, eine Praxisvolksschule und künftig auch Praxismittelschule, die neue AHS sowie die Handelsakademie/Handelsschule (HAK/HAS) und Höherer Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) sowie eine Allgemeinen Sonderschule untergebracht sein werden.

In Baden stünden die Schulliegenschaften dem Bund ohne weitere Kosten zur Verfügung, weil kein neues Grundstück erworben und entsprechend gewidmet werden müsse. Zu diesen Argumenten sagt Babler: „Die angeführten Punkte seitens des ÖVP-Bildungsministers sind aus unserer Sicht jedenfalls Argumente, die stark für den neuen Gymnasumstandort Traiskirchen sprechen würden. Besonders die Schülerströme, die Infrastruktur sowie die demographische Altersstruktur.“ Schon jetzt stellen alleine Traiskichner Schülerinnen und Schüler mehrer Klassen in den bereits bestehenden zwei Badener Gymnasien. „Die Zeit für eine Entscheidung für den Traiskirchner Gymnasiumsstandort ist nun nach mehr als 20 Jahren überreif. Die Bezirksbevölkerung und die Stadt Traiskirchen sehen das jedenfalls so“, bekräftigt Babler.

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