Bezirk Baden: Feuerwehren proben für den Ernstfall

Richtige Vorbereitung ist im Falle eines Stromausfalles ausschlaggebend.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:29
Blackoutvorbeugung FF Bad Vöslau
Stromaggregat, Scheinwerfer und Taschenlampe zählen für die Freiwilligen Feuerwehren, wie hier die FF Bad Vöslau, zur Standardausrüstung. Im Fall eines Blackouts wäre auch die Zivilbevölkerung auf diese Leuchtmittel angewiesen.
 
Foto: Janine Schrahböck

Geldautomaten funktionieren nicht, auf Elektroherden kann nicht gekocht werden, der Handyakku ist nicht mehr aufladbar – all das und mehr wird im Falle eines Blackouts, also eines großflächigen Stormaufalls zum Problem. Die Badener Bezirkshauptmannschaft, die EVN und der Zivilschutzverband geben Rat, wie man bestmöglich auf einen längeren Stromausfall vorbereitet ist.

„Die Bezirkshauptmannschaften sowie wesentliche Infrastrukturunternehmen und -institutionen, wie Krankenhäuser, können im Fall eines Blackouts über Notstromaggregate versorgt werden.“  Martin Hallbauer

„Die Bezirkshauptmannschaften sowie wesentliche Infrastrukturunternehmen und -institutionen, wie Krankenhäuser, können im Fall eines Blackouts über Notstromaggregate versorgt werden. Die Katastrophenschutzpläne der Bezirkshauptmannschaft berücksichtigen auch den Blackout-Fall“, erklärt der Bezirkshauptfrau-Stellvertreter Martin Hallbauer.

Auch die Kommunikation mit diversen Hilfsorganisationen sei durch den Digitalfunk, der allen Behörden mit Sicherheitsaufgaben zur Verfügung stehe, gesichert. Die viel diskutierte Frage, wie wahrscheinlich ein Blackout denn nun sei, sei laut Hallbauer keine leicht zu beantwortende: „Grundsätzlich haben die Energieversorger entsprechende Pläne, um im Fall eines flächigen Stromausfalls rasch die Stromversorgung wieder herzustellen. Wie aber bereits eingetretene Stromausfälle gezeigt haben, kann ein Blackout nicht ausgeschlossen werden. Eine genaue Gefahreneinschätzung ist naturgemäß äußerst schwierig.

Zwar befindet sich in Tribuswinkel ein Fernwärmeheizwerk der EVN, doch EVN-Sprecher Stefan Zach erläutert: „Strom und Gas gehören zur kritischen Infrastruktur, Wärme aber nicht. Im Falle eines großflächigen Stromausfalles nutzt es den Endkunden nichts, wenn etwa ein Fernwärmeheizwerk weiter mit Strom versorgt wird, weil der Strom nicht zu den Kunden kommt. Die meisten Heizsysteme werden mit Umwälzpumpen betrieben und die hängen von der Stromversorgung ab.“


Schweden- oder Kachelofen als Alternative

Als Alternative empfiehlt Zach einen Schwedenofen, um Haus oder Wohnung warm zu halten. Außerdem plädiert er „für ein tatsächliches Üben, „also den Strom einmal bei einer Ortschaft in einem Viertel abzuschalten. Nur so kann man herausfinden, was funktioniert und was nicht“. Die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens hänge maßgeblich von der Eigenvorsorge der Bevölkerung ab, der Präsident des NÖ Zivilschutzverbandes, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Pfaffstätten Christoph Kainz (ÖVP) sagt dazu: „Es sollte eine Vorsorge getroffen werden. Was esse ich, was trinke ich, wenn ich keinen Strom habe?

Die Bevorratung haltbarer Lebensmittel und auch von Wasser ist ein entscheidender Faktor. Bestenfalls verfügt man auch über ein Kurbelradio, um stromfrei an Informationen zu kommen.“ Wer ein Notstromaggregat zuhause hat, sollte regelmäßig überprüfen, ob dieses auch noch funktioniert.

Mit einem Notstromaggregat ist auch die Versorgung des Landeskrankenhauses Baden gesichert, betont Sprecherin Gudrun Wittmann.

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