Kein Fest ohne Blasmusik in Pfaffstätten

Erstellt am 20. März 2022 | 05:57
Lesezeit: 3 Min
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Der Musikverein Pfaffstätten marschiert beim Pfaffstättner Großheurigen ein, der 2019 in gewohnter Form zum letzten Mal über die Bühne ging.
Foto: Eventagentur Andreas Biba
Nachweislich wird seit 1868 in Pfaffstätten musiziert. Große Komponisten haben den Verein geprägt.
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Die Blütezeit erlebte der Musikverein unter der Leitung von Anton Hofmann, der den Taktstock bereits im Alter von 22 Jahren im Jahre 1934 ergriff und bis ins Jahr 1999, mit gleichbleibender Begeisterung und Engagement, die musikalische Leitung des Vereines innehatte.

Es sollte bis ins Jahr 1968 dauern, bis die Kapelle ein eigenes Probenlokal besaß. Bis dahin wurde kurzerhand das Wohnzimmer Anton Hofmanns zu einem Probenraum umfunktioniert. Die Liebe zur Musik dokumentiert sich auch in den zahlreichen Kompositionen und ausgezeichneten Arrangements, welche er für Blasorchester schrieb, wie der „Mondflug“, „Ungarland“ oder „Ines“.

Geprägt hat den Verein auch Komponist Professor Johann Österreicher, der mit Kompositionen wie „Die Heiligenkreuzer Rhapsodie“ oder „Der kleine Winnetou“ schöne Stücke für die Blasmusik schuf. Bei mehreren Rundfunkaufnahmen wurden die Werke dieser beiden Ausnahmemusiker eingespielt.

So wurde in Österreichers Amtszeit als Obmann, (1959-1999) aus eigener Kraft, sowie tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung von 1968 bis 1969 das Musikheim gebaut. Ebenso wurden im Jahre 1969 die Musiker mit ortstypischer Tracht eingekleidet, wobei besonders der weiße Schurz, wie er von Weinhauern verwendet wird, auffällt.

Nachdem zeitgleich Anton Hofmann und Leopold Österreicher ihre Funktionen beendeten, begann eine neue Ära im Musikverein. Seit 2010 bekleidet Michael Schiefert als junger, dynamischer Dirigent den Kapellmeisterposten.

Seine Vereinsbilanz lautet: „Nach über einem Jahrzehnt als Kapellmeister waren die letzten beiden Pandemie-Jahre eine Medaille mit zwei Seiten für mich. Auf der einen Seite war es gut, nach 10 Jahren ständiger Vereinsarbeit einmal einen Gang zurückzuschalten und sich nur auf das Privatleben zu konzentrieren. Andererseits freue ich mich jetzt schon wieder darauf, mit meinen Musikern und Musikerinnen loszulegen und Musik und gute Stimmung unter die Leute zu bringen.“

Michaels Vater Reinhard Schiefert ist seit 2006 Vereinsobmann. Er freut sich vor allem über die Kooperation mit der Musikschule, wo der Musiknachwuchs, die ‚Music Grapes‘ geleitet von Daniela Wanzenböck, ausgebildet und an den Verein herangeführt werden. Er ist zuversichtlich, „dass wir im Jahr 2022 wieder etwas mehr zum ‚Normalbetrieb‘ zurückkehren können, damit es wieder aufwärtsgeht und wir die Pflege der traditionellen Blasmusik weiterhin aufrecht erhalten können.“

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