Mangel an Konserven im Bezirk Baden

Erstellt am 12. Juli 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Blut spenden rettet nicht nur Leben, denn einen Gesundheitscheck für Spenderinnen und Spender gibt es obendrauf.
Foto: ÖRK/Helmut Mitter
Derzeit habe sich Situation laut Rotem Kreuz zwar stabilisiert, Blutkonserven werden aber laufend benötigt. Etwa 1.000 pro Tag.
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In den vergangenen Wochen zeichnete sich vielerorts ein Mangel an Blutkonserven ab, gleichzeitig hält sich die Bereitschaft, Blut zu spenden, jedoch noch in Grenzen. Das Rote Kreuz sowie das Landesklinikum Baden appellieren an die Bevölkerung, zur Blutspende zu gehen.

Einen Notstand gebe es im Badener Krankenhaus zwar nicht, es müssten also keine Operationen verschoben werden, die Konserven würden aber freilich laufend benötigt. 20 bis 25 Konserven bereiteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landeskrankenhaus Baden täglich vor, oftmals würden all diese auch verwendet. „Derzeit kann das Rote Kreuz Wien bestellte Konserven im vollen Umfang ausliefern“, heißt es. Man fordere alle, denen dies möglich sei, dennoch dazu auf, spenden zu gehen. Man rette damit nicht nur Leben, sondern profitiere gleichzeitig von einem persönlichen Gesundheitscheck.

Seitens des Roten Kreuzes wird auf einen österreichweiten Mangel an Konserven verwiesen, der sich, nicht zuletzt aufgrund der Medienaufrufe der letzten Tage und Wochen, kurzfristig jedoch stabilisiert habe. „Wichtig ist aber ein kontinuierliches Spendenaufkommen, da das Notfallmedikament Blut nicht künstlich herstellbar ist“, heißt es vom Roten Kreuz Baden. 2021 konnten bei 63 durchgeführten Spendeaktionen 5.806 Konserven abgenommen werden. Im ersten Halbjahr 2022 fanden 25 Aktionen statt, die 2.324 Blutkonserven erbrachten. Alle 90 Sekunden werde in Österreich eine solche gebraucht, weshalb ein beständiges Spendenaufkommen von großer Bedeutung sei. „Jede und jeder von uns kann völlig unerwartet in eine Situation kommen, in der man auf lebensrettendes Blut angewiesen ist, etwa nach einem Unfall“, so das Rote Kreuz.

Ein leichter Weg, der Allgemeinheit zu helfen

Wenngleich sich die Spendenbereitschaft bestenfalls erhöhen sollte, gibt es bereits einige Menschen, welche regelmäßig zur Blutspende gehen. Zwei von diesen Spendenwilligen sind Theresa Hierwek aus Wampersdorf und der Ebreichsdorfer Philipp Kalenda. Erstere spendete bereits elf bis zwölf mal jeweils einen halben Liter Blut, zweiterer etwa acht mal. „Alleine schon die Information, wie viel Blut fehlt, schockiert mich“, nennt Hierwek als Teil ihrer Motivation. „Es ist ein einfacher Weg, jemandem zu helfen und kostet nichts. Man hat zudem die Gewissheit, womöglich sogar ein Leben zu retten“, sagt Kalenda, Schlagzeuger der Pop-Punkband „Vandans“.

Lucas Degelsegger aus Pfaffstätten sei bei seiner ersten Spende zwangsbeglückt worden, wie er meint, sei er in seiner Zeit beim Bundesheer schließlich für einen freien Tag Blut spenden gegangen. „Das Rote Kreuz sendet dir dann aber eine SMS, dass dein Blut an einen Patienten zugestellt wurde. Dadurch sah ich darin eine Möglichkeit, mit einem kleinen Aufwand der Gesellschaft etwas zurückzugeben, und Leuten in Not zu helfen.“ Seither spende er regelmäßig.

So auch der Ebreichsdorfer Benjamin Schemel, welcher kürzlich bereits zum 13. Mal einen Spendetermin wahrnahm. „Die erste Spende habe ich während meines Zivildienstes absolviert. Bei dieser bin ich mit einem Freund mitgegangen. Das macht das Ganze auch angenehmer“, erzählt Schemel. Es sei eine gute Gelegenheit, innerhalb von etwa 30 Minuten etwas Gutes zu tun und bei der essenziellen Versorgung mit Konserven einen Beitrag zu leisten.

Mögliche Anreize, um Menschen zum Blutspenden zu bewegen, seien etwa Gewinnspiele und eine verstärkte mediale Präsenz des Themas, sind sich die vier Spenderinnen und Spender einig.

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