Breitband-Ausbau schreitet im Bezirk Baden voran. Nach Pilotprojekt im Triestingtal forcieren weitere Gemeinden den Breitband-Ausbau im Bezirk Baden.

Von David Steiner. Erstellt am 19. August 2020 (05:45)
Diese Glasfaser-Kabel sind in mehreren Gemeinden des Oberen Triestingtals längst verlegt. Am Foto: Anette Schawerda, Geschäftsführerin der LEADER Region Triestingtal, und Landtagsabgeordneter Josef Balber, Bürgermeister von Altenmarkt.
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Seit Beginn der Corona-Krise wird immer deutlicher, wie lebensnotwendig es geworden ist, leistungsstarkes Internet für Schule, Arbeit und Alltägliches nutzen zu können. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine entsprechende Infrastruktur von Sendemasten und Breitbandnetzen. Der Ausbau von Internet-Infrastruktur hinkt vor allem in ländlichen Regionen oft den Ballungsräumen hinterher. Um dem entgegenzuwirken, verfolgt das Land Niederösterreich eine Breitbandstrategie, die eine flächendeckende Anbindung an ein Glasfasernetz zum Ziel hat. Sie sieht vor, dass das Land selbstständig Breitband-Infrastruktur errichtet, die in öffentlicher Hand bleibt und anschließend von Internetprovider gepachtet werden kann.

Den Breitband-Ausbau übernimmt die NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) federführend für Niederösterreich. Mit Förderungen des Bundes und des Landes (siehe Seite 3) kommt der ortsweite Ausbau den Gemeinden günstiger als einzelnen Haushalten. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch, dass genügend Haushalte Bedarf an Breitbandanschlüssen anmelden.

Wie der geförderte, flächendeckende Ausbau funktionieren kann, zeigte ein Pilotprojekt in vier Regionen Niederösterreichs, darunter im Triestingtal. „Das Triestingtal begann 2012 mit den Planungsarbeiten für den Breitband-Ausbau. Nach langer Diskussion wurde das Obere Triestingtal zu einer Modellregion. In Altenmarkt, Furth, Kaumberg und Weissenbach ist die erste Ausbaustufe bereits abgeschlossen“, erzählt Altenmarkts Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Josef Balber (ÖVP). 8,6 Millionen Euro seien investiert worden.

„Dieser Ausbau ist uns jetzt zugutegekommen. Videokonferenzen, Homeschooling oder Homeoffice konnten ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden. Auch Firmen können eine schnellere Anbindung an das Internet bestmöglich nutzen“, betont Balber, der dankbar ist, dass das Land die Modellregion ermöglichte. Auch in Weissenbach an der Triesting zeigt man sich sehr zufrieden mit dem Pilotprojekt, das 2019 abgeschlossen wurde. „Wir haben sehr davon profitiert, ein Teil des Projekts gewesen zu sein. Für uns war es zu diesem Zeitpunkt die optimale Lösung, um die Breitbandinfrastruktur rasch und vernünftig auszubauen. Bis auf Kleinigkeiten im Wiederherstellungsbereich ist der Breitbandausbau komplett gefördert worden. Das hätten wir uns als Gemeinde selbst nicht leisten können. Wir bedanken uns beim Land Niederösterreich für die großartige Unterstützung“, betont Bürgermeister Johann Miedl (ÖVP).

Anschluss zu günstigen Aktionspreisen

Die nöGIG bietet den Haushalten einen Glasfaseranschluss auch zu vergünstigten Aktionspreisen an. Eine Voraussetzung ist, dass 40 Prozent der Haushalte in den Ausbaugebieten zustimmen. „In Weissenbach haben sich die Haushalte deklariert und sich für das Breitband ausgesprochen. Wir hatten am Ende eine weit höhere Zustimmung als die notwendigen 40 Prozent“, betont Miedl. Im Zuge des Projekts hätten die Mandatare sehr viel Energie reingesteckt, um die Bürgerinnen zu informieren. Nach Abschluss der Ausbauarbeiten seien absolute Verbesserungen spürbar gewesen, berichtet Weissenbachs Bürgermeister. „Wir haben seit Beginn der Corona-Krise gesehen, wie wichtig ein vernünftiges Breitband für Privathaushalte ist. Ich habe bereits sehr viele positive Rückmeldungen diesbezüglich erhalten“, betont Miedl.

Auch Tattendorf sammelte in den letzten Monaten die nötige Zustimmung, um Teil der nöGIG-Infrasturktur zu werden. „Es war eine Knochenarbeit, die Menschen vom Breitband-Ausbau zu überzeugen, gerade in einer schwierigen Zeit, in der viele Themen präsent waren, zuerst rund um die Gemeinderatswahl, dann kam die Corona-Krise. Es gab viele, die sagten, sie hätten mit ihrer bestehenden Lösung ihr Auslangen. Doch wir haben es hingebracht und nun die 40-prozentige Zustimmung der Haushalte erreicht“, erzählt Tattendorfs Bürgermeister Alfred Reinisch (UHL).

Tattendorf erreichte die Mindest-Zustimmung

Er selbst sei überzeugt, dass das Breitband das sicherste für die Zukunft ist. Im Gegensatz zu anderen Systemen müsse man nicht teilen, die gewählte Datenmenge komme über die Glasfaserleitung direkt ins Haus. Die Gemeinde sei schon länger dahinter, Glasfaser mitzuverlegen und nun auch Teil der ersten Ausbauphase der nöGIG. „Ich war vom nöGIG Projekt immer recht angetan, weil ich die Chance sah, in Tattendorf ein unabhängiges Netz auszubauen, das Internetprovidern offensteht. Ab Herbst soll mit den Arbeiten begonnen werden. Wenn alles hinhaut, sollte der komplette Ausbau in Tattendorf in einem Jahr geschafft sein.“

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