Weiter Debatte um Parkraumkonzept für Baden. Künftiges Kurzparkzonen-Modell in Baden lässt die Wogen weiterhin hochgehen. Auch Unternehmer laufen dagegen Sturm.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 23. Juni 2021 (04:32)
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Debatte um die Ausweitung der Kurzparkzone.
Fussi, Fussi

Das beherrschende Thema ist das kürzlich vorgestellte künftige Badener Parkraumkonzept, das am Dienstag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) zur Beschlussfassung anstand. Zu erwarten war im Vorfeld, dass ÖVP und Grünen das Konzept mit ihrer Mehrheit beschließen, gegen die Stimmen der Opposition.

Wie stark das Thema die Bevölkerung polarisiert, kann man anhand der Vielzahl an Leserbriefen ablesen, die täglich die NÖN-Redaktion erreichen ( www.noen.at/leserbriefe ).

So findet es etwa Barbara Zeugswetter „schade, dass uns bald eine verdeckte selektive Gebührenerhöhung – ohne Miteinbezug der Interessen von uns Anwohnern und der hier arbeitenden Bevölkerung – als Parkraumkonzept verkauft wird, welches ein Innenstadt-Sterben verhindern soll.“ Sie hofft, dass das Konzept noch verhindert werden kann. Denn: „Kostenpflichtiges Parken in der Innenstadt ist in Ordnung, aber bitte nicht im Randbereich!“

„Wir werden nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter verlieren.“Andreas Schneider von der Foto Schneider GmbH

„Straßen, die kein Parkproblem haben, werden zur Problemzone gemacht“, hinterfragt Nina Jakubowics und fordert: „Dieses Konzept ist die reinste Abzocke. Das sollten wir uns nicht gefallen lassen.“ Kritisch äußert sich auch Jasmin Faber: „Wieso bindet man die Betriebe und die Bevölkerung hier NICHT ein?“ Sie will wissen: „Wieso wird hier so ein unsinniges, Anrainer- und Arbeiterunfreundliches Modell ohne jegliche Rücksprache eingeführt?“

Auch Vertreter der Wirtschaft fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Andreas Schneider von der Foto Schneider GmbH schreibt, dass er bislang davon überzeugt war, „dass Baden eine der schönsten und besten Einkaufstädte in Niederösterreich ist.“ Er rät, etwa auf Wiener Neustadt zu schauen, wo „schwachsinnige Parkraumkonzepte die Innenstadt ruiniert haben“, so Schneider.

„Wir werden nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter verlieren, wenn das geplante Parkraumkonzept durchgeführt wird“, kritisiert er. Er fordert: „Man soll sich bitte Wiener Neustadt NICHT als Vorbild nehmen!“ Und er fragt sich: „Wir haben 9 Mitarbeiter die auf das das Auto angewiesen sind – wie kommen diese dazu, nun quasi ein ganzes Monatsgehalt pro Jahr hinzulegen, um in die Arbeit kommen zu können?“

Nur ein Leserbrief zeigte Verständnis für die Änderung. Unter dem Titel „Die Badener schreien – und die Wienerin wundert sich“, versteht Stefanie Kurzweil aus Wien die Aufregung nicht. Sie pendle mehrmals die Woche beruflich nach Baden. In Wien zahle sie für ihren Bezirk und habe keine Möglichkeit, sich einen Nebenbezirk auszusuchen. „Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich vor der Einführung gefragt wurde.“ In Baden werde wenigstens vor der Gemeinderatssitzung über das Vorhaben informiert. Besonders ärgere sie, dass sich die Badener benehmen, „als wäre Parken ein Grundrecht, kein Privileg, das sie bis jetzt zu günstig bekommen haben.“