Baden: Verunreinigungen in Trinkwasser. Öffentliche Trinkbrunnen im betroffenen Gebiet gesperrt, Vorsichtsmaßnahmen für Bevölkerung.

Von Andreas Fussi. Update am 21. Juni 2018 (14:03)
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Symbolbild

UPDATE:

Das Wasser ist wieder in Ordnung, siehe hier!

 

Das Trinkwasser in Baden ist derzeit (Mittwoch) verunreinigt. Im Zuge der monatlichen Routinekontrollen wurde an einer Entnahmestelle eine geringe Anzahl von Fäkalkeimen (Enterokokken) nachgewiesen, teilte die Stadtgemeinde mit. Das Ergebnis einer neuen Probenentnahme durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sei für Freitag zu erwarten.

"Aus Sicherheitsgründen bitten wir bis zum endgültigen mikrobiologischen Ergebnis, Wasser mindestens drei Minuten abzukochen, ehe es getrunken wird. Patienten mit geschwächter Immunabwehr und Kleinkinder sollten während dieser Zeit aus Sicherheitsgründen in Flaschen abgefülltes Wasser aus dem Handel beziehen", wurde Michael Sturm, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, am Donnerstag in einer Aussendung zitiert.

Die Verunreinigung wurde den Angaben zufolge beim Leopoldsbad festgestellt. Als "Verdachtsgebiet" gilt ein großer Teil der Stadt. Die Bevölkerung wurde dort mittels Schreiben sowie via Lautsprecher informiert. Durch mikrobiologische Nachuntersuchung durch die AGES könne - sofern es auch weiterhin eine fäkale Kontamination geben sollte - die Verunreinigungsstelle genau definiert und durch bauliche Sofortmaßnahmen unverzüglich behoben werden.

Nur Teile der Stadt betroffen, keine andere Gemeinde

Laut SPÖ-Vizebürgermeister Franz Gartner aus Traiskirchen, Obmann des Wasserleitungsverbandes der Triestingtal- und Südbahngemeinden, sind lediglich Teile Badens betroffen: „Der Wasserleitungsverband der Triestingtal- und Südbahngemeinden möchte darauf hinweisen, dass keine unserer Verbandsgemeinden davon betroffen ist! Betroffen sind offensichtlich Teile der Stadtgemeinde Baden, die eine eigenständige Wasserversorgung betreibt und nicht Teil des Wasserleitungsverbandes der Triestingtal- und Südbahngemeinden ist.“

Thomas Lenger

 

Wir hatten am Mittwoch berichtet:

Laut Information der Stadtgemeinde habe die Stadtverwaltung sofort reagiert und zahlreiche weitere Proben im gesamten Stadtgebiet entnehmen lassen, „um unverzüglich zielorientierte Maßnahmen treffen zu können“, heißt es.

Stadtgemeinde Baden

Außerdem seien gegenwärtig Mitarbeiter im Stadtgebiet unterwegs, „um präventiv in möglich betroffenen Gebäuden zu informieren.“ Als Vorsichtsmaßnahme bleiben bis zur vollständigen Abklärung alle öffentlichen Trinkbrunnen im betroffenen Gebiet gesperrt. Betroffen ist im Wesentlichen das Stadtgebiet nördlich der Schwechat bzw. östlich der Vöslauerstraße.

Thomas Lenger

Bei einem Lokalaugenschein in Baden herrschte am Mittwochabend bei vielen Bürgern Verunsicherung. Betoffene erheben den Vorwurf, dass die Verunreinigung der Stadtgemeinde bereits seit Längerem bekannt sein soll.

„Bereits gestern Dienstag wurden an mehreren Stellen in der Stadt Hydranten gespült und das Wasser in den Kanal geleitet“, berichtet ein aufgebrachter Anrainer. Unbestätigten Angaben zu Folge soll bereits am Dienstagvormittag den Kindern einer Schule in Baden das Trinken des Wassers verboten worden sein. „Wir hätten schon viel früher informiert werden müssen“, so ein verärgerter Anrainer.