Kokain war für Baden: Drogenring gesprengt. Grenzüberschreitende Fahndung forschte Verbrecherbande aus. Auch Häftling aus Baden war dabei involviert.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. August 2019 (04:36)
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Sichergestellte Cannabis-Aufzuchtanlage in Mödling.
LPD Burgenland

Bereits im Frühjahr 2018 konzentrierten sich Ermittlungen von Polizeibeamten des Landeskriminalamtes Burgenland auf einen damals 32-jährigen Wiener, der aus dem Burgenland stammt. Es bestand der Verdacht, dass er gemeinsam mit einer 28-jährigen Ungarin, die ebenfalls in Wien lebte, einen grenzüberschreitend Handel mit Amphetamin, Ecstasy, Kokain und Cannabis betreibt.

Als Großhändler konnte im Zuge der Ermittlungen ein 56-jähriger Mann aus Wien ausgeforscht werden. Er versorgte das Dealerpärchen mit den Drogen und kassierte in der Folge die Gewinne nach den Verkäufen.

Die für den Weiterverkauf benötigten Cannabisblüten organisierte der Wiener in Zusammenarbeit mit einem 51-jährigen Wiener und einem 54-jährigen Oberösterreicher, zum Teil durch Einbrüche in Cannabisplantagen anderer „Betreiber“. In einem konkreten Fall konnte eine Aufzuchtanlage in Mödling, in die das Trio gewaltsam eingebrochen war, ausgeforscht werden. In dieser Plantage waren mehr als 400 Cannabispflanzen in einem unbewohnten Haus gezogen worden.

Häftling aus Baden war für Nachschub zuständig

Der 56-jährige Frühpensionist, der bereits wegen Drogenhandels eine Haftstraße verbüßt hatte, versuchte sich zudem auch noch im Handel mit Kokain in größeren Mengen.

Dazu organisierte er zusammen mit einem ehemaligen 60-jährigen Mithäftling aus Baden, der ebenfalls bereits über Erfahrungen im internationalen Drogenhandel aufweisen konnte, größere Mengen Kokain.

Der Badener Häftling hatte einen Vorteil: Er verbüßte seine Haftstrafe im „gelockertem Vollzug“. Während der 56-jährige Wiener laufend Abnehmer für größere Kokainlieferungen suchte und dabei auch auf einen verdeckten Ermittler stieß, war der Badener Häftling für den Suchtmittelnachschub zuständig und organisierte aus seiner Haftzelle per Handy Kokainlieferungen aus Tirol.

Durch intensive Ermittlungen in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Tirol gelang es zudem, einen 58-jährigen Innsbrucker auszuforschen, der mithilfe eines 36-jährigen Albaners eine Lieferung von rund einem Kilogramm Kokain nach Baden organisierte, beziehungsweise vermittelte.

Badener waren unter Haupttätern des Rings

Der aus Baden stammende 60-jährige Häftling versuchte außerdem, größere Kokainlieferungen im zweistelligen Kilobereich durch einen 51-jährigen ehemaligen Mithäftling aus Deutschland zu organisieren. Auch hier konnte in Kooperation mit deutschen Ermittlungsbehörden der 51-jährige Deutsche identifiziert und schließlich festgenommen werden.

Alle Personen wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt und verbüßen zur Zeit in verschiedenen Strafvollzugsanstalten ihre Strafen.