Depression in der Partnerschaft . Eine Depression hebt nicht selten das ganze Leben, so wie man es vorher kannte, aus den Fugen. Ist der Mensch, den man liebt, an einer Depression erkrankt, leiden beide – nur auf unterschiedliche Weise. Es kostet enorm viel Kraft, dabei zuzusehen, wie der geliebte Partner sich quält. Die ständige Gratwanderung zwischen begleiten, aber nicht mitleiden, zwischen helfen wollen, aber nicht verantwortlich sein, kann erdrücken.

Von Claudia Kimberger. Erstellt am 10. Januar 2020 (10:30)
Claudia Kimberger

“Können depressive Menschen lieben?” Vielleicht hast du dir diese Frage in letzter Zeit gestellt. Sie drängt sich dir zum Beispiel auf, wenn dein Partner sich wieder einmal ohne Begründung von dir zurückzieht. Oder genervt auf gut gemeinte Vorschläge von dir reagiert und dich mit verletzenden Worten zurückweist. Das schmerzt. Ebenso tut es dir weh, wenn du mit ansehen musst, wie niedergeschlagen und passiv der von dir geliebte Mensch werden kann. Depression kann die Ursache für sein Verhalten sein. Und obwohl dir dessen bewusst ist, kannst du nicht immer gut mit der Situation umgehen. Fragst du dich öfters, ob es überhaupt einen Sinn macht, an der Partnerschaft festzuhalten? Die Depression scheint stets mit an Bord zu sein. Wirst du noch geliebt? Kannst du einen Partner lieben, wenn er depressiv ist?

Wie Depressionen Menschen verändern können

Partner/innen von depressiven Menschen machen ähnliche Erfahrungen wie du. Es kostet sehr viel Kraft, mit einem Partner umzugehen, der selbst kaum noch die Kraft aufbringt, seinen Alltag zu bewältigen. Der sich sogar meist wertlos, schwach und unendlich müde fühlt. Der sich offenbar nicht für andere und schon gar nicht mehr für dich interessieren kann, weil ihm auch dafür die Kraft fehlt.

Wo ist diese Begeisterungsfähigkeit geblieben, die du an ihm liebst? Wo ist der Glanz in seinen Augen, der dir auffiel, wenn er dich betrachtete? Wie erschöpft und leer er insgesamt geworden zu sein scheint.

Ich kann dich beruhigen. Das alles ist noch in ihm. Die Begeisterung, die Liebe oder sein spezieller Humor, der dir das Gefühl gegeben hat, dass alles im Leben auch eine komische Seite hat. Ein depressiver Mensch verliert sich jedoch zeitweise in negativen Gedanken, die Schleifen durchlaufen und ständig um das gleiche Thema kreisen können. Quälende Gedanken, Leere und Grübeln lassen wenig Raum für dich oder Lebensfreude.

Eine Depression kann sich zum Beispiel als

  • als Passivität
  • als Sprachlosigkeit
  • eine Form von Wut
  • Rückzug von nahe stehenden Menschen, wie dir
  • Interessenlosigkeit
  • Lieblosigkeit
  • Rücksichtslosigkeit

zeigen.

Kaum eine Depression gleicht dabei in ihrer Wirkung nach außen der anderen. Denn das Erscheinungsbild der Erkrankung ist an die erkrankte Person geknüpft. An ihre Individualität. Das Label “depressiv”, dass wir einem Partner anheften, ist keine einzelne Eigenschaft. Es handelt sich um eine Sammlung verschiedener Verhaltensweisen, die auf dich einwirken. Sie erscheinen dir fremd, weil du deinen Partner anders zu kennen glaubtest.

War er früher jemals desinteressiert, wenn du einen Vorschlag gemacht hast? Fühlte er sich bedrängt, weil du eine Antwort von ihm wolltest?

Du hast es mit einem teilweise veränderten Menschen zu tun. An dieser Stelle wirst du ansetzen müssen, wenn du eine für dich passende Herangehensweise mit der Situation finden möchtest.

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