Hilfe, mein Kind steckt in der Pubertät!. "Wo sie am Anfang noch meine Nähe sucht, hält sie mich jetzt mehr auf Distanz" - so ergeht es Claudia Kimberger mit ihrer pubertierenden Tochter. Woran man die Pubertät erkennt, beschreibt uns die Bloggerin.

Von Claudia Kimberger. Erstellt am 06. Juni 2019 (12:28)
Claudia Kimberger
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Wo sie am Anfang noch meine Nähe suchte, hält sie mich jetzt mehr auf Distanz. Ich bin schon froh, wenn ich auf eine Frage ein “JA” als Antwort erhalte. Traurig darüber bin ich nicht, denn dies ist eine natürliche Entwicklung.

Jedoch gibt es Situationen, wo ich ausrasten könnte. Die Stimmungsschwankungen sind unerträglich und das Augen rollen erst. Sie reagiert viel empfindlicher und teilweise aufbrausender. Man hört immer “Versuchen Sie als Eltern, Verständnis aufzubringen und ein offenes Ohr für ihr Kind zu haben”. Wenn das im Alltag nur so einfach wäre.

Woran erkenne ich die Pubertät?

Wann es losgeht, ist bei jedem Kind verschieden. Früh entwickelte Kinder merken spürbare Veränderungen vor dem 10. Lebensjahr, aber die Pubertät kann auch erst mit dem 15. Lebensjahr einsetzen.

Wo bei den Mädchen die “eigentliche” Pubertät mit der ersten Menstruation einsetzt, so bei den Buben mit dem ersten Samenerguss. Eine stürmische Zeit mit körperlichen und seelischen Veränderungen. Gelesen habe ich auch von einer “Nachpubertät”, die ab dem 17. Lebensjahr auftauchen und bis zum 25. Lebensjahr dauern kann. Hört das denn gar nicht auf?

Nicht nur einmal bin ich tief seufzend und Kopf schüttelnd durch das Haus gerannt, genervt vom Augen verdrehen meiner Tochter. “Na, bist in der Pubertät oder was?”

Grenzen testen ist völlig normal

So nervig wie es für uns Eltern auch ist, aber klar verstehe ich meine Tochter. Wir alle machen diese Phase durch. Die Emotionen spielen Achterbahn und die Hormone verwandeln einem in launische Zombies. Mein Teenager muss sich selbst entdecken und herausfinden was für sie im Leben wichtig ist. Absolut O.K.

Da kommt es schon vor, dass sie die Werte von mir infrage stellt. Ich persönlich kann dies schwer akzeptieren, bin aber bereit, auch meine Haltung zu überprüfen. Natürlich probiert sie auch aus, wie weit sie gehen kann, wo sind die Grenzen? Gehört dazu, aber da bleibe ich konsequent.

Ein Szenario von daheim: Es ist Wochenende und nach 10 Stunden Schlaf schlendert die Prinzessin von der Erbse die Treppen hinunter zum Frühstückstisch. Der Blick den sie einem entgegenschleudert, bedeutet wohl “Quatsch mich bloß nicht an”. Jaja, die lieben Hormone. Aber Mama ist das egal und sie sagt: “Guten Morgen Leonie, oje bist du etwa grantig?” – “Nein, bin nur müde”. – “Hast ja eh 10 Stunden geschlafen.” – “Na und.” Da spüre ich die Liebe förmlich.

Starke Nerven und eine gute Portion Humor

Es verlangt viel ab, sein Kind ins Erwachsenleben zu begleiten. Starke Nerven, eine gute Portion Humor und eine Menge Gelassenheit. Mit viel Vertrauen werden wir die Herausforderung “Pubertät” gut meistern. Ja es kommt vor, dass ich aus Angst vor Fehlern zu streng mit meiner Jugendlichen umgehe oder lasse viel zu viel durchgehen. Hier die Waage zu finden ist nicht leicht und zum Glück gibt es als Rückendeckung den starken Papa. 

Auch wenn Mama und Papa oft mit ihren Regeln nerven, wir lieben unsere kleinen launischen Mutanten und würden alles für sie tun. Der Spruch “Du wirst es verstehen, wenn du eigene Kinder hast” bewahrheitet sich nun immer öfter.

Den Original-Beitrag gibt es hier.