Aus für Cafè am Park in Berndorf. Die Cafeteria-Pächterin des Landespflegeheimes, Lisi Benedetter, wirft nach 16 Jahren Pandemie-bedingt das Handtuch. Entschädigung gab es für sie keine.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 18. März 2021 (04:34)
Lisi Benedetter muss schweren Herzens ihr Café in Berndorf schließen. Dennoch bleibt sie ein positiver Mensch und dankt ihrer Kundschaft fürs Vertrauen.
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Corona forderte in der Krupp-Stadt mittlerweile bereits 20 Todesfälle und schreckt auch vor der Wirtschaft nicht zurück. Das bekannteste Opfer ist die Café-Betreiberin des Landespflegeheimes Haus Theaterpark, Lisi Benedetter, die ihr Café schweren Herzens schließen muss.

„Dieses ewige Ungewisse, ob und wann ich das Café wieder öffnen dürfte, hat mich letztendlich dazu veranlasst, mein Lokal zu schließen. Es tut mir wirklich in der Seele weh und vor allem tut es mir auch wegen meiner sechs Angestellten sehr leid“, sagt Benedetter.

Fehlen werden ihr auch die Gäste, „sie waren fast wie Familienmitglieder“. Man kannte sich, plauderte miteinander und half sich auch gegenseitig. „Ich möchte mich auf jeden Fall bei ihnen für ihre Treue herzlich bedanken, aber ich sehe in der derzeitigen Lage absolut keine Möglichkeit, noch länger zuzuwarten“, ergänzt sie.

Als Lisi Benedetter das Café vor 16 Jahren übernahm, lag es wirtschaftlich am Boden. Mit viel Fleiß, gepaart mit Lisis berühmtem Schmäh und erstklassigen, selbst gemachten Mehlspesen und Schmankerln schaffte sie es, das Café zu einem beliebten Kommunikationstreffpunkt zu machen. Auch die Theatergäste tummelten sich in Lisi´s Café – bis zu dem Zeitpunkt, als Corona kam. Ab da musste Benedetter das Lokal fast ständig wegen der Heiminsassen geschlossen halten. Sie musste alle ihre Angestellten kündigen, sie selbst war bei fast allen Entschädigungen benachteiligt, weil es sich um einen Sonderfall handeln würde.

Bürgermeister Franz Rumpler (ÖVP) bedauert Benedetters Entschluss: „Mit den Förderungen hat die Stadtgemeinde nichts zu tun. Uns tut es auf jeden Fall sehr leid, sie hat die Cafeteria hervorragend geführt. Wir hoffen aber noch immer, dass sie uns mit ihren gastronomischen Erfahrungen und Potenzial erhalten bleibt.“

Benedetter kontaktierte wegen Entschädigungen alle ihr bekannten Politiker, Behörden und Ämter, jedoch vergebens und somit gebe es keinerlei Aussicht auf eine Öffnung ihrer Cafeteria. Die kann auch die Heimleitung in Gestalt von Direktor Gregor Herzog nicht zusagen. Auch er weiß noch nicht, wie es mit dem Theaterparkcafé weiter gehen soll: „Wir sind derzeit am Ausloten, wie künftig der Cafeteria-Betrieb in unserem Haus aussehen könnte. Dabei gibt es mehrere Varianten.“ Um welche es sich genau handelt, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Benedetters Aufkündigung des Cafébetriebes trifft Herzog allerdings hart: „Nach 16 Jahren ausgezeichneter Zusammenarbeit schmerzt es, eine zuverlässige Geschäftspartnerin zu verlieren. Elisabeth hat mit ihrer herzhaften Freundlichkeit unsere Cafeteria zu einem Ort der Begegnung gemacht. Eben diese ‚Begegnung‘ war auch das Credo unserer Einrichtung“, schildert Herzog. Mit der aktuellen Pandemie habe man daher den Einschnitt bei den Besuchen und die (damals noch vorübergehende) Schließung der Cafeteria als besonders belastend empfunden. „Doch kann ich persönlich nachempfinden, dass man mit den finanziellen Einbußen und den noch strengeren Bedingungen in einer Pflegeeinrichtung Schwierigkeiten bekommt. Persönlich wünsche ich Elisabeth, ihrer Mutter und allen langjährigen Mitarbeiterinnen, die uns alle sehr ans Herz gewachsen sind, alles Gute für die Zukunft“, erklärt der Heimleiter.