3G am Arbeitsplatz: Kritik seitens Arbeitnehmer im Bezirk Baden

3G-Regel schaffe Mehraufwand, für 2,5G fehle die erforderliche Testinfrastruktur.

Erstellt am 10. November 2021 | 04:31
3G Arbeitsplatz: Kritik seitens Arbeitnehmer
Lange Schlangen vor dem Antigen- & PCR Testcontainer der Marienapotheke am Sonntagnachmittag beim Billa Plus Parkplatz in Baden.
 
Foto: Fussi

Seit dem 1. November gilt bundesweit eine 3G-Regel am Arbeitsplatz. Um seiner Arbeit nachgehen zu können, muss man also gegen Corona geimpft, getestet oder genesen sein. Arbeitnehmervertreter im Bezirk Baden äußern Bedenken und üben Kritik an der Entscheidung der Bundesregierung.

„Es kostet zusätzlich Geld und auch Zeit, wenn jemand extra nur kontrollieren muss“ NÖM-Betriebsrat Eduard Holper

So etwa NÖM-Betriebsrat Eduard Holper. Dieser halte von der Kontrolle diverser Impf-, Genesenen- oder Testzertifikate „nicht viel“: „Es kostet zusätzlich Geld und auch Zeit, wenn jemand extra nur kontrollieren muss“, sagt Holper.

„Man ist mit einer zusätzlichen Arbeit konfrontiert, die vorher nie jemand machen musste.“
Michael Hawelka, Betriebsrat der Wieland Austria GmbH

Einen Mehraufwand ortet auch Michael Hawelka, Betriebsrat der Wieland Austria GmbH in Enzesfeld: „Man ist mit einer zusätzlichen Arbeit konfrontiert, die vorher nie jemand machen musste.“ Die Kontrollen verliefen hier stichprobenartig, der jeweilige Vorgesetzte einer Abteilung kontrolliere per Zufallsprinzip, ob seitens der Mitarbeiter ein gültiges Zertifikat vorgewiesen werden kann. Genauso stichenprobenartige Kontrollen gibt es allgemein auch seitens der Polizei. Weiters meint Hawelka: „Eine 2,5G-Regel wäre problematisch. Die Infrastruktur für PCR-Tests ist noch nicht weit genug ausgebaut, als dass man überall jederzeit einen solchen machen könnte.“

„Das Hauptproblem der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, denke ich, die Testmöglichkeiten.“ ÖGB-Regionalsekretär Jürgen Schrönkhammer

Selbiges Problem sieht auch der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), welcher im Bezirk Baden von, unter anderen, ÖGB-Regionalsekretär Jürgen Schrönkhammer vertreten wird. Dieser meint: „Das Hauptproblem der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind, denke ich, die Testmöglichkeiten. Die Bundesregierung ist hier gefordert, vor allem wenn es um eine etwaige 2,5G-Regel mit PCR-Tests geht, das Angebot massiv zu erhöhen. Man kann keine Gesundheitspolitik auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer machen.“

PCR-Test Engpass in Spar-Filialen

Das PCR-Testangebot wird sukzessive erweitert, teilweise jedoch nur langsam. So bieten einige Apotheken und Arztpraxen gratis die, verglichen zu Antigen-Tests, weitaus zuverlässigeren PRC-Tests an. Seit dem zweiten November gibt es solche auch in manchen Spar-Filialen. In der Badener Wiener Straße seien diese jedoch stets schnell vergriffen: „Es herrscht ein absoluter Engpass bei PCR-Tests“, so ein Spar-Mitarbeiter.

Umfrage beendet

  • Seid ihr mit dem PCR-Testangebot in eurer Region zufrieden?