Ansturm auf Impfung im Bezirk Baden

Erste Abweisungen nach Andrang in Baden. Traiskirchen öffnet Impfstraße wieder. Ansturm auch auf Testungen - Labore stoßen an Grenzen.

Erstellt am 10. November 2021 | 05:16
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Die Impfungen nehmen wieder an Fahrt auf.
Foto: psb

Die Verschärfungen angesichts steigender Corona-Zahlen führen zu einem Ansturm der Impftermine. Das freie Impfen ohne Anmeldung in der Halle B nutzen am Freitag laut Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) insgesamt 570 Personen, davon erhielten 126 ihre Erstimpfung.

Nachdem durch den Andrang der Impfstoff schon knapp geworden sei, habe man ältere Menschen, die ihre Drittimpfung wollten, wieder abgewiesen, da man den Fokus auf die Erstimpfung setze, sagt Krismer. Die Stadt überlege nun, das Impfangebot auszubauen und starte Verhandlungen mit dem Land NÖ.

Landesklinikum wehrt sich gegen Gerücht

Die Stadtgemeinde Traiskirchen öffnet unterdessen wieder ihre Impfstraße in den Stadtsälen. An den nächsten zwei Wochenenden gibt es von Freitag bis Sonntag, 7 bis 13 und 14 bis 20 Uhr, Gelegenheit, sich ohne Anmeldung impfen zu lassen – für die 1.-, 2.- oder 3. Impfung mit den mRNA Impfstoffen BioNTech/Pfizer und Moderna. Betrieben wird die Impfstraße gemeinsam mit den Nachbargemeinden Trumau und Oberwaltersdorf.

Unterdessen wird in Baden das Gerücht verbreitet, dass 70 Prozent der Intensivpatienten im Badener Spital doppelt geimpft seien. „Die kolportierten Zahlen können wir nicht bestätigen“, entgegnet der kaufmännische Leiter des Landesklinikums Baden, Niki Jorda. „Die Zahl der immunisierten Patienten auf der Intensivstation bewegen sich bei uns aktuell im landesweiten Schnitt von rund 30 Prozent.“

Kapazitätsgrenze bei Labor-Auswertung

Er rate allen nicht Geimpften, sich impfen zu lassen. Denn grundsätzlich zeige sich, „dass immunisierte Covid-Erkrankte eine deutlich kürzere Liegedauer in Kliniken aufweisen. Die Impfung schützt – bei sonst gesunden Personen – im höchsten Maße vor einer Covid bedingten Behandlungsnotwendigkeit auf der Intensivstation.“ Um die hohe Wirksamkeit auch aufrecht zu halten, werde für alle bereits Geimpften eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

Der Andrang bei den von den Badener Apotheken angebotenen Antigen- und PCR-Testungen ist seit Anfang November massiv gestiegen, bestätigt Heinz Haberfeld von der Landschaftsapotheke. Das erhöhte Aufkommen bringe jedoch mit sich, dass die Labore „an ihre Grenzen stoßen“, weiß er. Daher könne die Dauer von 24 Stunden oftmals nicht mehr garantiert werden. Alleine am Sonntag wurden im Container am Strandbad, den die Landschaftsapotheke mit der Heiligen Geist Apotheke betreibt, knapp 400 Leute getestet.

Laut Haberfeld würden die Apotheken noch bis Ende des Jahres ihre Test-Leistungen anbieten, solange die Verordnung des Bundes aufrecht sei. Ob das Angebot danach fortgesetzt werde, hänge davon ab. Ohne Bezahlung der Testungen durch den Bund (abgerechnet durch die Gebietskrankenkasse), wäre das Service nicht mehr kostenlos durchführbar. Die Herausforderung sei groß. Alleine die Landschaftsapotheke habe drei zusätzliche Kräfte für die Testungen aufgenommen, um den sonstigen Betrieb aufrecht halten zu können.