Desolate Müllinseln sorgen für Wirbel. Bürgerliste kritisiert Optik der Abfallsammelstellen in Baden. Abfallverband wechselt rund 80 Prozent noch heuer aus.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 16. Juni 2014 (09:35)
In der Sagerbachgasse befindet sich eine der unansehnlichen Müllinseln, die noch heuer auf Vordermann gebracht werden sollen. Foto: privat
NOEN, privat
Ein Großteil der Müllinseln im Stadtgebiet wird noch in diesem Jahr ausgewechselt. Die Optik ist in vielen Fällen desolat. Ein Umstand, auf den die Bürgerliste „wir badener“ schon in der letzten Gemeinderatssitzung hinwies. Gemeinderat Hannes Unger forderte ein Konzept hinsichtlich Gestaltung, Umzäunung und besserer Betreuung der Sammelstellen.

Unger: „Ein Skandal ist es allemal“

„Grund hierfür waren wiederholte Beschwerden von aufmerksamen Bürgern sowie eine Bestandsaufnahme durch die Bürgerliste“, begründete Unger. Dass dem Antrag von ÖVP und Grünen die Dringlichkeit aberkannt und er deshalb nicht diskutiert wurde, ärgert den Mandatar. Bürgermeister Kurt Staska (VP) hatte argumentiert, dass für die Altstoffsammelinseln nicht die Stadt, sondern der Abfallverband (GVA) zuständig sei.

„Eine Falschmeldung“, meint Unger: „Egal, ob bewusst oder unbewusst, ein Skandal ist es allemal.“ Die Stadt erhalte für genau diese Tätigkeit vom GVA Geldmittel.

„Dass das Problem zumindest seit 2010 bekannt ist, verstärkt den Eindruck, dass die schwarz-grüne Stadtkoalition nur auf teure Prestigeprojekte aus ist, manch wichtige Aufgabe der Gemeinde jedoch vernachlässigt wird.“ Unger hat daher eine schriftliche Anfrage an den GVA gerichtet.

80 Prozent der Behälter werden ausgetauscht

Dies bestätigt auch Geschäftsführer Herbert Ferschitz auf Nachfrage der NÖN. Die Abfallbehälter seien Angelegenheit des Abfallverbandes, die Umzäunung und Gestaltung der Müllinseln jedoch Sache der Stadt, die dafür eine Förderung des GVA erhalte.

„Wir sind gerade dabei, eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Aber Tatsache ist, dass die Müllinseln in Baden im Jahr 1991 aufgestellt wurden und einfach in die Jahre gekommen sind“, so Ferschitz. Deshalb werde man sie noch heuer austauschen. Und zwar rund 80 Prozent aller Müllbehälter. „Aufgrund der Menge und der zu berücksichtigenden Lieferzeiten kann es aber bis Spätherbst dauern“, kündigt er an.