Dickes Plus im Börserl: Grüne sind skeptisch. FINANZEN / Mehr als 1,3 Millionen Überschuss erwirtschaftete die Gemeinde im Vorjahr. Von der Opposition gibt‘s Kritik.

Erstellt am 28. März 2011 (07:29)
NOEN
»Ich fühle mich zuständig!« Mit ihrem T-Shirt spielt die grüne Gemeinderätin Dr. Angela Berger auf die Beteuerungen von Ortschefin Gerlinde Feuchtl an. Sie hatte immer wieder betont, nicht zuständig für die Genehmigung der umstrittenen Asphaltanlage zu sein.WW
NOEN
x

KOTTINGBRUNN / Nur die Grünen stimmten gegen den Rechnungsabschluss, ansonsten herrschte ungewohnte Einhelligkeit im Kottingbrunner Gemeinderat. Sowohl der ordentliche Haushalt (mehr als 1,3 Millionen !) als auch der außerordentliche Haushalt weisen einen satten Überschuss aus. Somit muss sich die Gemeinde nur mehr 600.000 Euro „pumpen“ — mit Ende März wird ein 1,8-Millionen-Darlehen fällig, das in die Straßenbauprojekte der letzten Jahre geflossen ist. Die Kreditaufnahme hat der Gemeinderat am Donnerstag beschlossen.

Rund eine halbe Million Euro konnte die Gemeinde durch „Einsparungen in allen Bereichen der Verwaltung“ (Finanzgemeinderat Andreas Kieslich) lukrieren. „Viele kleine Maßnahmen haben wir getroffen, verstärkt darauf geachtet, nur wirklich dringend notwendige Anschaffungen zu tätigen“, sagt der SP-Mandatar. Freilich ist das Haushaltsplus zum Großteil den Mehreinnahmen aus der Kommunalsteuer (Firma Modine, Jetalliance,...) zu verdanken.

„Bedanken muss man sich vorrangig bei der Wirtschaft, nicht bei unserer Gemeindeführung“, findet VP-Obfrau Lisa Sieber, „die Einsparungen im operativen Bereich verdanken wir den engagierten Mitarbeitern der Gemeinde.“

Ganz ähnlich argumentieren die Grünen. Ihre Ablehnung des Zahlenwerks begründet Gemeinderätin Dr. Angela Berger mit der mangelnden Vollständigkeit: „Während ausstehende Einnahmen ausgewiesen werden, sieht es bei den Verbindlichkeiten anders aus.“ So weist der Rechnungsabschluss 40.000 Euro Einsparungen bei den Energiekosten auf. „Wie das ohne spezielle Maßnahmen bei steigenden Preisen funktionieren soll, ist zweifelhaft“, sagt Berger.

Für Bürgermeisterin Gerlinde Feuchtl sind die Beanstandungen nicht nachvollziehbar: „Wir werden ständig vom Land überprüft — ohne Probleme!“