Aufatmen bei Eltern: Krabbelstube ist nun fix. Nach dem Aus der Schulwerkstatt engagiert sich Ebreichsdorf für die Weiterfortführung der Krabbelstube.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 13. August 2019 (04:07)
Thomas Lenger
Wolfgang Kocevar und Johann Zeilinger freuen sich sehr darüber, dass sie eine Lösung für die Ebreichsdorfer Eltern parat haben.

Wie die NÖN bereits berichtete, stellte ein im Juni eingebrachter Insolvenzantrag der „Lern- und Schulwerkstatt“ und damit verbunden auch der „Sinneswerkstatt“, die Eltern von 25 Kleinkindern, aber auch die Stadtgemeinde, vor eine große Herausforderung.

Bürgermeister Wolfgang Kocevar, SP, erinnert sich: „Auf einmal standen zahlreiche verzweifelte Eltern bei mir im Rathaus und baten mich um Hilfe. Wären wir jetzt nicht aktiv geworden, hätte es für die Kleinsten ab kommendem Herbst keine Betreuung mehr gegeben.“

Da es in den seit Jahren erfolgreich geführten privaten Einrichtungen „Regenbogenwelt“ und „Happy Nest“ keine freien Plätze mehr gab, entschloss sich die Gemeinde spontan dafür, selbst eine Kleinkindbetreuung umzusetzen. So wurde bereits in der Gemeinderatssitzung im Juni grundsätzlich die Errichtung eines Containerbaus am Areal der Volksschule beschlossen. Und nun wurde in einer Sondersitzung am 7. August die Vergabe des Betriebes der Krabbelstube an den Verein „Kidspoint“ einstimmig angenommen.

„Ich freue mich, dass wir dieses Projekt mit vereinten Kräften umsetzen konnten und bin erleichtert, dass wir nicht nur Platz für die Kinder der „Sinneswerkstatt“ haben, sondern nunmehr als eigenständiger Rechtsträger weiteren Familien Betreuungsplätze anbieten können. Wir werden damit zukünftig dem immer höheren Bedarf an Kleinkindbetreuung auch in unserer Gemeinde gerecht“, zeigt sich Kocevar erfreut.

„Anmeldungen sind ab sofort möglich“

Die Detailplanung beginnt ab sofort. Es sollen zwei Gruppen entstehen. Der Verein kümmert sich um die komplette Abwicklung und Betreuung, stellt das Personal zur Verfügung und die Stadtgemeinde alle notwendigen Räumlichkeiten.

Dazu erklärt SP-Vize Johann Zeilinger: „Mein Ziel ist es, dass wir bereits Mitte September eröffnen können. Anmeldungen können ab sofort im Sekretariat des Rathauses entgegengenommen werden.“

Der Standort der Krabbelstube wird jetzt nicht neben der Volksschule, sondern am öffentlichen Teil neben dem Schulsportzentrum sein. Investiert werden von der Gemeinde 190.000 Euro für die Container und 350.000 Euro für die Bauarbeiten.

„Der Stadtgemeinde entstehen aber natürlich auch jährliche Kosten“, weiß der Bürgermeister, der diese mit maximal, je nach Belegung der Krabbelstube, mit 122.000 Euro beziffert. Bis zur Eröffnung wird seitens der Stadtgemeinde und dem Insolvenzverwalter der „Sinneswerkstatt“ versucht, die Kinder dort weiter zu betreuen.

Bis zuletzt gab es auch intensive Bemühungen, den Ebreichsdorfer Standort der „Lern- und Schulwerkstatt“ zu retten. Am Freitag teilte die Gründerin der Ebreichsdorfer Privatschule jedoch mit, dass die Versuche scheiterten und die Schule, zumindest vorerst, geschlossen bleibt.

Bürgermeister Kocevar versichert, dass alle Schüler in anderen Schulen unterkommen werden.