Bahntrasse: Jetzt wird mit Grundeigentümern verhandelt. Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist abgeschlossen. ÖBB verhandelt gerade mit Grundeigentümern.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 09. Juli 2019 (04:50)
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Im Rahmen des Projekts „smart city“ soll die zukünftige Nutzung des jetzt noch landwirtschaftlich genutzten Gebietes zwischenUnterwaltersdorf und Ebreichsdorf geklärt werden.

Fährt man in 20, 30 Jahren von Unterwaltersdorf Richtung Ebreichsdorf, dann wird sich die Landschaft komplett gewandelt haben. Wo sich jetzt noch ein landwirtschaftlich genutztes Feld neben das andere reiht, werden möglicherweise Wohnungen, Reihenhäuser, gewerbliche Nutzungsflächen oder andere Projekte ihr neues Gesicht zeigen.

Den Anstoß dazu gibt der Bau des neuen Bahnhofes zwischen Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf im Bereich Unterwaltersdorf unterhalb der Tennishalle.

  Grundeinlösen werden bis zum Start der Hauptarbeiten im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein.“ Karl Leitner, ÖBB-Sprecher

Zehn Jahre lang wurde über die Trassenführung der Pottendorfer Linie im Falle eines zweigleisigen Ausbaus debattiert. Vertreter der Gemeinde und der ÖBB haben sich schließlich für den sogenannten Trassenverlauf Ost entschieden inklusive Errichtung eines gemeinsamen Bahnhofes für Ebreichsdorf, Weigelsdorf und Unterwaltersdorf in neuer Lage. Bürgermeister Wolfgang Kocevar, SP, berichtet: „Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist abgeschlossen. Es laufen schon erste Vorarbeiten für den Bau einer Unterführung zwischen Moosbrunn und Trumau.“

Am Zeitplan habe sich nichts geändert – 2023 soll die ausgebaute Pottendorfer Linie in Betrieb gehen. Vorher gilt es aber noch, die Verhandlungen mit den Grundeigentümern abzuschließen.

Verhandlungen schwierig

VP-Stadtrat Engelbert Hörhahn, selbst Landwirt und im Gemeinderat zuständig für die Raumordnung erklärt: „Im Moment spießen sich die Verhandlungen, weil elf Grundstückseigentümer nicht bereit sind, zu den von den ÖBB angebotenen Konditionen ihren Grund zu verkaufen. Immerhin handelt es sich bei den fraglichen Gründen um Bauland-Hoffnungsgebiet.“

ÖBB-Sprecher Karl Leitner bestätigt auf NÖN-Anfrage, dass man sich noch nicht mit allen Grundeigentümern einig geworden ist. Zum weiteren Ausbauverlauf erklärt er: „Die Grundeinlösen werden bis zum Start der Hauptarbeiten im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Die ersten Vorarbeiten starten im August mit der Errichtung einer Überführung der L156 auf Höhe Trumau. Im Oktober startet die Errichtung einer Überführung der B16 im Bereich Bahnhof Wampersdorf als Ersatz für die derzeitige Eisenbahnkreuzung. Der Spatenstich für den zweiten Ausbauabschnitt der Pottendorfer Linie erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2020.“

Durch die Auflassung der bestehenden Bahntrasse werden Flächen frei – eine städtebauliche Herausforderung, genauso ist zu klären, wie der Raum zwischen Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf genutzt werden soll.

Kocevar betont: „Darum haben wir ja das Projekt ,smart city’ gestartet. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, in dem all diese Fragen geklärt werden sollen.“