Baustellen-Chaos: FPÖ fordert Rücktritt. Serie von Pleiten, Pech und Pannen sorgt in Ebreichsdorf für ein Verkehrschaos, Polizeieinsätze und sogar einen Verletzten.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:34)
Megastau in Ebreichsdorf. Die Straßensanierung im Zentrum von Ebreichsdorf sorgt für Probleme. Die Planung der Baustelle sei mangelhaft gewesen, sagen die Kritiker.
Thomas Lenger

Wie berichtet, saniert der NÖ Straßendienst die Fahrbahn im Kreuzungsbereich der B16 mit der L150 im Zentrum von Ebreichsdorf. Dadurch wurde der Verkehr mit Ampeln geregelt und das sorgte für massive Probleme. Die Situation führte sogar zu einer Rücktrittsforderung der FPÖ an die zuständige SPÖ-Stadträtin.

„Schon vor der Inbetriebnahme der Baustelle passierten viele Fehler“, wird jetzt auch seitens der Ebreichsdorfer Verkehrsstadträtin Claudia Dallinger kritisiert. Denn die Mega-Baustelle wurde viel zu spät angekündigt und keine entsprechenden Wegweiser und Informationstafeln angebracht. Dazu kam auch das Pech, das der Zustand der Straße bei Beginn der Bauarbeiten doch schlechter war, als vermutet und die Arbeiten flächenmäßig ausgeweitet werden mussten. Dadurch mussten viel mehr Parkplätze in der Wiener Straße gesperrt werden und auch in der Bahnstraße die einspurige Sperre verlängert werden.

Auch Baustelle bei A3 führt zu Problemen

Gleichzeitig zur Baustelle im Zentrum von Ebreichsdorf kamen auch die Bauarbeiten auf de A3 und eine Sperre der Abfahrt Münchendorf, die zu zusätzlichem Verkehr auf der B16 führte. Die Folge: ein „Verkehrsinfakt“, der am 20. Juli den gesamten Bereich und alle umliegenden Straßen still legte. Verzögerungen bis zu 45 Minuten sorgten für Unmut bei den Autofahrern. Im Zuge des Staus kam es auch noch zu einem Auffahrunfall zwischen einem Pkw und einem Motorrad, bei dem eine Person verletzt wurde.

Die Ampelphasen, welche teilweise absolut nicht funktionierten, sowie eine nicht in die Regelung integrierte Zufahrt aus der Feldstraße führten dazu, dass einem auf der einspurigen Fahrbahn trotz grünem Ampelsignal Fahrzeuge entgegenkamen. Im Laufe der Woche verbesserte sich die Situation zwar, am Mittwochnachmittag kam es dafür auf der Umleitung in Weigelsdorf zu einem Verkehrschaos und massiven Verzögerungen.

„Das alles passiert nur, weil die zuständige Stadträtin sich nicht um eine gute Lösung gekümmert hat und zu allem Ja und Amen gesagt hat, was vom Land NÖ gekommen ist“, polterte daraufhin FP-Stadtrat Markus Gubik. „Ich hätte mich dafür eingesetzt, dass die Arbeiten in drei Abschnitten passieren und somit der Mega-Stau verhindert wird,“ so Gubik, der den sofortigen Rücktritt der SP-Stadträtin Claudia Dallinger fordert.

Diese war zwar als Verkehrsstadträtin bei der Verkehrsverhandlung bezüglich der Baustelle am 16. Juni anwesend, für den Straßenbau zuständig war damals aber noch der VP-Stadtrat Engelbert Hörhan. „Ich habe bei der Verkehrsverhandlung damals auf einige Punkte hingewiesen und es wurde uns auch teilweise etwas ganz anderes zugesichert und sogar im Bescheid anders erlassen, als jetzt von der Baufirma durchgeführt“, kritisiert die Stadträtin in Richtung Baustellenaufsicht. „Es steht zum Beispiel im Bescheid, dass der Verkehr händisch mit Lotsen geregelt wird, um auf den Bahnschranken und entsprechender Verkehrssituation reagieren zu können. Diese Maßnahme wurde erst nach unserer Intervention bei der Bezirkshauptmannschaft umgesetzt“, sagt Dallinger.

Die Verkehrsstadträtin hat Verständnis für die Betroffenen und hat mehrfach bei den zuständigen Stellen bei der NÖ Straßenbauabteilung und der BH Baden interveniert. „Ich verstehe, dass die Situation für Kritik und Verärgerung sorgt, das Verhalten von Stadtrat Markus Gubik ist für mich aber nicht nachvollziehbar“, meint Dallinger, die wie sie selbst sagt „natürlich nicht“ zurücktritt.