Mobilität für alle auf der Bahnstraße. Helene Hamberger kämpft dafür, dass auf der Ebreichsdorfer Bahnstraße der Schutzweg barrierefrei zu bewältigen ist.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 02. September 2020 (03:55)
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Helene Hamberger weist auf den Fußgängerübergang, der ihrer Meinung nach dringend barrierefrei gestaltet werden muss.
Thomas Lenger

Seit 2011 setzt sich Helene Hamberger dafür ein, dass auf der Bahnstraße im Bereich Schulgasse/Feldgasse ein barrierefreie zu erreichender Schutzweg kommt. Dafür müssten die Gehsteigkanten entsprechend abgeschrägt werden. Sie erzählt: „Ich war damals mit meiner Mutter, die im Rollstuhl saß, viel unterwegs und stand jedes Mal vor dem Problem, den Schutzweg in der Bahnstraße nicht überqueren zu können.“

Immer wieder kontaktierte sie die Gemeinde und als zuständige Behörde die Bezirkshauptmannschaft in Baden. Doch passiert ist lange Zeit nichts.

Bis Anfang Juli dann im Zuge einer anderen Verkehrsverhandlung die Vertreter der Bezirkshauptmannschaft auch einen Lokalaugenschein beim Schutzweg in der Bahnstraße durchführten. Davor wurde bereits eine Verkehrszählung durchgeführt, welche die Notwendigkeit eines Schutzweges in diesem Bereich bestätigte. Weiters wurde festgestellt, dass der bestehende Schutzweg nicht der ÖNORM eines barrierefeien Schutzwegs entspricht und für Rollstuhlfahrer, Personen mit Rollator und Mütter mit Kinderwagen nicht geeignet ist.

„Mir wurde seitens der Bezirkshauptmannschaft mitgeteilt, dass die Experten festgestellt haben, dass eine Verlegung des Schutzweges auf die östliche Seite der Kreuzung technisch möglich wäre“, erklärt Hamberger. Im Protokoll der Behörde heißt es: „Aus verkehrstechnischer Sicht stellt die Verlegung eine wesentliche Verbesserung für Fußgänger dar“.

Gemeinde nicht gleich begeistert

Hamberger berichtet weiter: „Ich habe mich darüber natürlich sehr gefreut, dass endlich mein Anliegen ernst genommen wurde und es eine Möglichkeit gäbe, einen barrierefreien Schutzweg in der Bahnstraße zu bekommen. Doch gleichzeitig habe ich auch erfahren, dass die zuständige Verkehrsstadträtin sowie der Bürgermeister eine Verlegung dezidiert ablehnen und so die Behörde vermutlich davon absehen wird, den barrierefreien Schutzweg umzusetzen.“

Verkehrsstadträtin Claudia Dallinger, SPÖ, erklärt auf Anfrage der NÖN ihre eingebrachten Bedenken in Form einer Stellungnahme bei der Bezirkshauptmannschaft so: „Es hätte so ausgesehen, dass der Schutzweg von der Kreuzung weg etwa 15 Meter Richtung Lagerhaus verlegt worden wäre. Das sehe ich möglicherweise als ein Problem, da täglich viele Schülerinnen und Schüler den derzeitigen Schutzweg queren. Wenn der Schutzweg um die 15 Meter verlegt wird, befürchte ich, würden dennoch viele Menschen im Kreuzungsbereich die Straße queren“, meint Dallinger. Weiters sei der Gehsteig in der Feldstraße vor der Kreuzung relativ eng, was womöglich auch für Rollstuhlfahrer ein Problem sein könnte.

Dallinger fährt fort: „Es ist keineswegs so, dass ich nicht gerne einen barrierefreien Schutzweg hätte. Ich habe nur große Sorge um die Sicherheit unserer Kinder, daher habe ich meine Bedenken geäußert.“

Die Entscheidung treffe aber nicht die Gemeinde, sondern die Bezirkshauptmannschaft.

Anfang September soll vor dem Fußgängerübergang noch einmal ein Lokalaugenschein mit Dallinger, Bürgermeister Wolfgang Kocevar, SPÖ, und Helene Hamberger stattfinden.