Gerichtsprozess: Radler versus Autofahrer. Wegen Körperverletzung mit Faustschlag muss sich ein 38-jähriger Ebreichsdorfer vor Gericht verantworten. Auch ein wertvolles Rennrad soll von ihm beschädigt worden sein.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 05. November 2020 (04:12)
Symbolbild
Shutterstock.com, Africa Studio

Der Mann soll am 8. Juli in Münchendorf mit zwei Radlern in Konflikt geraten sein und dabei einem einen Faustschlag gegeben und ein wertvolles Rennrad beschädigt haben.

Der Ebreichsdorfer bekannte sich vor Gericht „nicht schuldig“ und erklärte, dass die zwei Radler am Nachmittag nebeneinander gefahren seien. Er habe sie überholt und dabei kurz gehupt. Daraufhin habe ihn einer der Sportler verfolgt und zum Anhalten aufgefordert. Beim Ortschild Münchendorf habe er angehalten und der Radler sei neben ihm stehen geblieben. „Der war richtig böse und aggressiv und ich sagte, er soll von meinem Auto weggehen.“

Der Radler soll daraufhin auf den Rahmen des offenen Seitenfensters geschlagen haben. Er habe sich dann abgeschnallt und langsam die Tür geöffnet, bis er einen Widerstand spürte, weil er mit der Tür gegen das Rad oder das Bein des Mannes stieß.

„Der ging mit dem Rad zu Seite, ich stieg aus, er schimpfte weiter, also stieg ich wieder ein und fuhr weg.“ Wie es zur Verletzung am Ohr des Rennradlers kam, wisse er nicht, „vielleicht mit dem Türrahmen“, einen Faustschlag habe es sicher nicht gegeben. Das Opfer, 54, betonte gleich vor Gericht, dass Rennradler zum Aufwärmen nebeneinander fahren dürfen. Der Mann habe sie überholt, dann stark gebremst und das noch einmal wiederholt.

Radfahrer beleidigte den Autofahrer

„Das ist bei einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h auf einem Rennrad echt gefährlich.“ Als das Auto stehen blieb, sei er hingefahren und habe gesagt, „schwarzer Mann steig aus“. Warum er das gesagt hat – der Autofahrer hat da ein ganz anderes Schimpfwort gehört – konnte er auch vor Gericht nicht erklären. Er habe ihn aufgefordert auszusteigen, weil er mit dem Pkw-Fahrer reden wollte, der habe die Tür aufgerissen und ihn zu Fall gebracht. Dabei habe er ihm noch einen Schlag aufs Ohr versetzt. Sein Radpartner sei hinter ihm gestanden und hätte seinen Fall abgebremst. Dieser Zeuge, 58, gab an, dass er auf der anderen Straßenseite am Gehsteig gestanden sei und gesehen habe, wie der Autofahrer aus dem Wagen gestiegen sei, und dann mit der Tür zweimal gegen den Radrahmen geschlagen habe.

Der Kostenvoranschlag für die Radreparatur liegt über 5.100 Euro, daher wurde die Verhandlung vertagt, um ein Schadensgutachten einzuholen.