Stromausfälle sorgen für Protest bei Bevölkerung. Alle vier Ortsteile klagen schon seit längerer Zeit über Probleme mit der Energieversorgung. Nun handelt die Stadt und wird mit der Wiener Netze GmbH in Verbindung treten.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 07. November 2017 (05:30)
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Für Bürgermeister Wolfgang Kocevar sind die häufigen Stromausfälle „schlichtweg inakzeptabel“.
Thomas Lenger, Thomas Lenger

Es ist keine Seltenheit, dass in einem der vier Ortsteile plötzlich das Licht ausgeht. Was folgt, ist meist stundenlanger Stromausfall.

„Wir rechnen mittlerweile bei jedem Gewitter schon mit einem Stromausfall“, so ein Bürger aus dem Ortsteil Unterwaltersdorf, der von den Ausfällen am häufigsten betroffen ist. Kritik an den ständigen Stromausfällen gibt es schon seit Längerem und auch politisch ist das Thema nicht neu. FPÖ-Stadtrat Markus Gubik fordert schon seit Monaten Maßnahmen sowie ein Einschreiten der Stadtführung gegenüber Netzbetreiber "Wiener Netze GmbH".

Initiative wird vorbereitet

Jetzt reagiert die Ebreichsdorfer Koalition von SPÖ und ÖVP und brachte im Gemeinderat eine entsprechende Initiative ein. „Nachdem es in den letzten Jahren, aber vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder massive Stromschwankungen und oft stundenlange Stromausfälle gab, wird nun auf Initiative von Bürgermeister Wolfgang Kocevar eine Unterschriftenaktion, gerichtet an die Wiener Netze, zur Verbesserung der Situation gestartet“, heißt es in einer Aussendung der Stadtgemeinde.

„Sowohl in der nächsten Ausgabe der Gemeindezeitung als auch in Kürze auf der Homepage werden die Bürger die Möglichkeit zur Unterzeichnung erhalten. Ebenso werden die Unterschriftenlisten über die Vereine und Wirtschaftstreibenden zur Verteilung kommen“, heißt es.

Stellungnahme wird von Stromanbieter gefordert

„Wir wollen unter Einbindung unserer Bevölkerung ein deutliches Signal an die Wiener Netze senden. Die derzeitige Stromversorgung mit den ständigen oft stundenlangen Ausfällen ist inakzeptabel und kann zukünftig auf keinen Fall so bleiben. Ich bin froh, dass alle politischen Vertreter im Stadtrat meinen Vorschlag positiv aufgegriffen haben und wir ihn gemeinsam unterstützen“, so der SP-Bürgermeister, denn viele Ebreichsdorfer seien schon sehr verärgert.

Doch auch die zahlreichen ortsansässigen Betriebe hätten bereits Probleme aufgrund der ständigen Stromausfälle. Kocevar möchte in den kommenden Wochen so viele Unterschriften wie möglich sammeln. „Wir erwarten uns dann eine schnelle Reaktion, damit die Wiener Netze ihre Versorgungsverpflichtung endlich ernst nehmen. Ziel ist, spätestens im kommenden Jänner beim Vorstand der Wiener Netze mit den Unterschriftenlisten vorzusprechen“, so Kocevar.

Markus Gubik fordert schon seit längerer Zeit Maßnahmen.
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„Endlich reagiert die Stadtführung auf die monatelange Kritik von vielen Bürgern"

FP-Stadtrat Markus Gubik zeigt sich erfreut: „Endlich reagiert die Stadtführung auf die monatelange Kritik von vielen Bürgern und auch von uns. Bleibt nur zu hoffen, dass so schnell wie möglich auch Maßnahmen ergriffen werden, um die Versorgungssicherheit wieder herzustellen.“

Stellungnahme der Wiener Netze

Seitens der Unternehmenssprecherin der Wiener Netze,  Alexandra Melik Merkumians, heißt es, man sei sich der Verantwortung, „den Kunden ein stabiles und sicheres Energienetz zu gewährleiten“, bewusst. „Mit einer Versorgungssicherheit von 99,99  Prozent sind die Wiener Netze einer der besten und sichersten Energienetzbetreiber weltweit.“

Dennoch komme es laut Melik Merkumians „besonders in wetterexponierten Gebieten öfter zu Versorgungsunterbrechungen als in anderen. Im Bereich Ebreichsdorf sind daher überwiegend wetterbedingte Einflüsse Grund für die Häufung der Ausfälle.“

Die Experten der Wiener Netze seien jedoch „rund um die Uhr im Einsatz und strategisch im gesamten Versorgungsgebiet stationiert, um eine rasche Behebung von Störungen zu ermöglichen“. Konkret: „Die Trassen der Stromleitungen werden regelmäßig inspiziert. Bei Bedarf werden Forstbetriebe beauftragt, die Trassen von naheliegendem Baumbestand zu befreien, um das Hineinfallen von Bäumen und Baumteilen bei Unwettern weitgehend auszuschließen.“

„Diese sonst gut bewährten Standardmaßnahmen haben nicht zu dem erhofften Ergebnis geführt. Die Wiener Netze haben daher die Modernisierung und den Ausbau des Umspannwerks der Region eingeleitet. Geplant ist die Fertigstellung der Arbeiten bis Ende 2018. Im Zuge dessen werden weitere Leitungen von diesem Umspannwerk in das betroffene Gebiet errichtet. Diese Leitungen bieten eine weitere Versorgungsschiene bei Ausfall der bereits bestehenden Leitung.“

Bis die Umsetzung erfolgt sei, würden die Expertenteams zur rascheren Behebung von Störungen im betroffenen Gebiet weiter verstärkt werden. „Auch interne Abläufe wurden auf die besondere Situation der Gemeinde Ebreichsdorf weiter sensibilisiert und nachgeschärft. Zusammen ermöglichen die Erstmaßnahmen eine schnellere Erkennung und Behebung etwaiger Versorgungsunterbrechungen. Wir werden auch weiterhin alle Maßnahmen evaluieren und unseren kontinuierlichen Austausch mit Vertretern der Gemeinde fortsetzen“, kündigt die Unternehmenssprecherin an.