Opposition zog aus. Da man sich im Ebreichsdorfer Gemeinderat nicht über eine Baufluchtlinie einigen konnte, verließen FPÖ und Bürgerliste den Saal.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 15. Juli 2017 (05:26)
Thomas Lenger
Der Ebreichsdorfer Bürgermeister und SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Wolfgang Kocevar ist neuer „Regionalmanager“.

Die Änderung einer Baufluchtlinie wurde am Donnerstagabend zum Auslöser des Auszuges der Opposition aus der Gemeinderatssitzung. Dabei geht es um die geplanten 84 Wohnungen beim City-Center, für die es bereits einen Grundsatzbeschluss gibt. Nachdem in der letzten Gemeinderatssitzung zusätzlich eine Widmung für Parkplätze auf einem Nebengrundstück beschlossen wurde, stand in dieser Sitzung die Änderung der Baufluchtlinie auf der Tagesordnung. Die Opposition befürchtet eine Vergrößerung des Projektes.

Die Bürgerliste spricht dabei von einer Zweiklassengesellschaft, wobei sich die Gruppe der privilegierten Bauträger und Genossenschaften über die Politik das Baurecht so richte, wie es ihnen am besten passe. Stadtrat Markus Gubik (FPÖ) kritisiert den Bürgermeister ebenfalls massiv: „Fast gewinnt man den Eindruck, dass zwischen der Baugenossenschaft und dem Genossen Kocevar alles sozusagen wie geschmiert laufen könnte.“

Erweiterung des Projektes nicht geplan

Die FPÖ befürchtet, dass daraus ein „Monsterprojekt“ werden könnte. „Mich erinnert das Ganze an die Umwidmung von 30.000 Quadratmetern in Bau-Wohnland für Stronach vor zwei Jahren, die durch den Gemeinderat geboxt wurden. Die 10.000 Euro Parteispende, die gleichzeitig an die SPÖ flossen, hatten aber sicherlich nichts mit dem Eifer vom Genossen Kocevar zu tun“, so Gubik in einer aktuellen Aussendung.

Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) versteht die Aufregung nicht: „Wir haben gestern weit schwierigere Tagesordnungspunkte mit großer Mehrheit beschlossen, warum jetzt der Beschluss einer Baufluchtlinie, wie vom Land empfohlen, die Opposition dazu bewog, aus dem Gemeinderat auszuziehen, ist mir völlig unklar. Scheinbar wollen FPÖ und Bürgerliste das Projekt junges Wohnen um jeden Preis verhindern.“ In der Sache selbst ist Kocevar indes um Beruhigung bemüht: „Ich habe heute noch einmal mit dem Bauträger gesprochen. Eine Erweiterung des Projektes ist nicht geplant. Es bleibt bei den 84 Wohnungen, davon sind zwei Drittel für junges Wohnen vorgesehen“.

Kocevar lädt die Opposition ein, das Projekt noch einmal mit ihm im Detail zu besprechen und er geht von einer Beschlussfassung im Gemeinderat in der kommenden Woche aus.