Baden will Kultur ins Web verlagern. „Baden in Kultur“ soll im Internet eine hochwertige Möglichkeit für Badens Kulturschaffende bieten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 18. November 2020 (03:33)
So könnte sie aussehen, die Startseite von „Baden in Kultur“: Bürgermeister Stefan Szirucsek, Kulturstadtrat Michael Capek und Vizebürgermeisterin Helga Krismer im Stadttheater.
Jandrinitsch

Die Stadt Baden ist für ihr ausgezeichnetes vielfältiges Kulturangebot bekannt. Zahl-reiche Institutionen sowie viele private Kulturinitiativen und Netzwerke sind Grundlage für ein breites Erlebnis-Spektrum, das Badens Kulturszene zu einer pulsierenden, lebendigen Bühne macht.

„Die Covid-19 Krise hat zur Folge, dass Kulturschaffende derzeit keine Auftrittsmöglichkeiten haben“, weiß Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP. „Mit dem Start der Online-Plattform „Baden in Kultur“ eröffnen wir unseren Künstlerinnen und Künstlern die größte denkbare Bühne: das World Wide Web.“

Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Grüne, ist überzeugt, dass Kunst und Kultur aus Baden mit diesem Vorreiter-Projekt weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar gemacht wird. „Mit dieser Plattform eröffnen wir jungen Künstlerinnen und Künstlern eine neue Chance, sich zu präsentieren. Darüber hinaus schaffen wir die Voraussetzungen, dass Kunst aus Baden während der derzeit geltenden Beschränkungen, aber auch in der Zeit danach einfach, zeitgemäß und sicher genossen werden kann.“

Wieso das Pilotprojekt „Baden in Kultur“ umgesetzt werden soll, erläutert Kultur-Stadtrat Michael Capek, ÖVP: „Viele Kulturschaffende weichen momentan ins Internet aus, erwirtschaften dort aber keine Einnahmen. Exakt dieser ‚Gratis-Kultur‘ möchten wir mit dieser Plattform entgegentreten.“

Rechtliche Fragen als plötzliche Hürde

Warum es bis jetzt keine derartige Möglichkeit gegeben hat, erläutert Bürgermeister Szirucsek so: „Wir standen schon in den Startlöchern, wurden aber noch von der Rechtsabteilung der Stadt zurückgepfiffen. Es gilt, allen Rechtsfragen gegenüber wirklich gut abgesichert zu sein, vor allem, was das Urheberrecht betrifft.“

Deshalb habe man sich auch bei dem führenden Urheberrechtsexperten Ostösterreichs erkundigt, um einen Weg zu finden, dieses Vorhaben Realität werden zu lassen.

Die Stadt rechnet mit Projektkosten inklusive Konzeption, Lizenzierung, Datenschutz, Portalmiete und Portalbetrieb in Höhe von rund 26.000 Euro. Ein entsprechender Dringlichkeitsantrag für die Gemeinderatssitzung am Dienstag, nach Redaktionsschluss, wurde eingebracht.

„Wir wollen keine Zeit verlieren, daher der Dringlichkeitsantrag“, erläuterte Capek. „Die Plattform muss so rasch als möglich online gehen, im Sommer ist es zu spät.“

Die Plattform selbst wird so konzipiert, dass sich Künstlerinnen und Künstler registrieren, hochwertigen Content teilen und dafür von Zusehern Spenden erhalten. Die Teilnahme ist für Künstlerinnen und Künstler um drei Euro pro Monat möglich.

Eine weitere Komponente ist die Einrichtung eines gebührenpflichtigen Streaming-Portals. „Damit machen wir Konzerte, Theateraufführungen Ausstellungen und vieles mehr einem breiten Publikum zugänglich“, erläutert Szirucsek. „Auf diese Weise wird es möglich, besondere Aufführungen on Demand zu genießen.“