Energiekur für Kurstadt Baden. 3,2 Millionen Euro Gewinn in 10 Jahren ohne Komfortverlust sind zu erwarten.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 23. März 2021 (04:34)
Hans Haugeneder bilanziert Badens Energiehaushalt.
Grünen

Der jüngste Mandatar der Grünen in Amtsjahren ist gleichzeitig der älteste an Lebensjahren – Hans Haugeneder (73) bringt sich derzeit mit seiner Lebenserfahrung als Gemeinderat und Aufsichtsrat der Immobilien Baden GmbH ein. In dieser Funktion hat er sich laut Grünen-Stadtrat Stefan Eitler auf den Energiebericht der Stadtgemeinde gestürzt und setzt sich intensiv mit dem Thema Energie auseinander.

Ziel ist, im Finanz-Ausschuss, wo die Grünen ebenso den Vorsitz haben, das Thema Nachhaltigkeit und die Potenziale der Stadt, Energie einzusparen, zu behandeln. „Baden hat enormes Potenzial zum Energiesparen ohne Komfortverlust“, meint Haugeneder. „Das Einsparen ohne großartige Sanierungsmaßnahmen und nur durch Steigerung der Energieeffizienz wird die größte Herausforderung und wir beginnen besser heute um 3,8 Millionen Euro in den nächsten 10 Jahren zu sparen“, erzählt er im Online-Gespräch mit den Lokalmedien.

35 Jahre habe er als Geschäftsführer eines Ingenieurbüros für technische Gebäudeausrüstung Erfahrungen auf dem Gebiet von Energiespar-Technologien sammeln können. Haugender will nun der Stadt Baden eine Energiekur unterziehen: „Laut Energiebericht 2019 gibt die Stadt für 47 Gebäude 1,723 Millionen Euro pro Jahr aus. Alleine das Optimieren der hydraulischen Systeme bringt eine Reduktion um 10 Prozent und damit einen Gewinn von rund 173.000 Euro pro Jahr“, zählt Haugeneder auf.

Eine weitere Regelungsoptimierung der Zeitprogramme auf tatsächliche Betriebszeiten bringe mindestens weitere 10 Prozent Reduktion und damit 3,2 Millionen Euro in 10 Jahre. „Und das alles ohne Komfortverlust“, betont er. „Würde man auch eine Raumtemperaturabsenkung von 23 auf 22 Grad Celsius umsetzen, kommen noch einmal 6 Prozent hinzu“, rechnet der berufserfahrene Gemeinderat Haugeneder vor. In vielen Schulen sei etwa die Raumtemperatur zu hoch.

Große Hoffnung setzt er dabei in den neu aufgenommen Techniker der Immobilien GmbH: „Mit ihm ist das Facility Management der Stadt auf ein professionelles Niveau gehoben worden und das wird sich rechnen. Der Mann wird sein Geld wert sein“, ist er überzeugt.

Niederösterreich habe nur noch 7 Jahre Zeit, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, verweist Haugeneder und ist sich sicher: „Baden wird beweisen, dass die Stadt mit Kurgeschichte eine höchst energieeffiziente Energiekur umsetzen kann.“