Bezirk Baden: Wie reagieren auf neue Tarife?

Wechsel noch heuer kann 2022 Ersparnisse bringen. Ein Energiekostenberater erklärt, wie man am besten vorgeht.

Erstellt am 15. Dezember 2021 | 05:07
Lesezeit: 2 Min
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Energiekostenberater Peter Bosezky
Foto: Klaus Wellenhofer

Wer in den letzten Wochen Post von seinem Energieanbieter erhalten hat, sollte diese aufmerksam lesen. Viele Anbieter erhöhen aktuell ihre Preise für Strom oder Gas oder kündigen eine Erhöhung an. Hintergrund sind die im letzten Jahr empfindlich gestiegenen Energiepreise im Großhandel. Die Austrian Energy Agency verzeichnet derzeit neue Rekordwerte ihrer Strom- und Gaspreisindizes.

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„Ich kann allen Betroffenen nur empfehlen, Preise zu vergleichen, zum Beispiel mit dem Tarifkalkulator der Regulierungsbehörde E-Control ( www.e-control.at ), und gegebenenfalls noch im Dezember zu wechseln“, erklärt der unabhängige Energiekostenberater Peter Bosezky. Ein Wechsel im Dezember sei deshalb wichtig, weil ab Jänner praktisch alle Anbieter nachziehen würden, schätzt Bosezky. Er sieht sich aktuell mit dutzenden Anfragen von Kundinnen und Kunden konfrontiert, denen er die Preisvergleichen abnimmt.

„Wichtig ist nur, die Zählpunktnummer parat zu haben“ Peter Bosezky

Ein Wechsel werde für Kunden meist sehr einfach gestaltet. Anbieter würden auf ihren Webseiten Schritt für Schritt dazu anleiten. „Wichtig ist nur, die Zählpunktnummer parat zu haben“, erklärt Bosezky. Diese finde man auf der Jahresabrechnung.

Was passieren kann, wenn man nicht handelt, rechnet der Energiekostenberater für einen Musterhaushalt in Baden vor. Eine dreiköpfige Familie, die in einem 110 Quadratmeter großen Haus wohnt, verbraucht im Jahr etwa 4300 Kilowattstunden Strom und 15.000 Kilowattstunden Gas. Bei einem günstigen Anbieter zahlte sie bisher in Summe 1900 Euro pro Jahr. Nach einer Tariferhöhung, angelehnt an ein reales Beispiel, würde die Familie beim gleichen Anbieter im nächsten Jahr 3000 Euro zahlen, um rund 58 Prozent mehr.

Für die steigenden Energiepreise gebe es eine Reihe von Faktoren, erklärt der Energiekostenberater. Zum Beispiel habe eine lange Heizperiode 2020 dazu geführt, dass Erdgas-Reserven aufgebraucht wurden. Im Sommer seien diese nur zögerlich aufgefüllt worden angesichts des Preisanstieges. Der Strompreis hänge wiederum mit dem Gaspreis zusammen.

Wer generell Energiekosten einsparen will, solle den eigenen Verbrauch analysieren, rät Bosezky.

Umfrage beendet

  • Nach Preiserhöhungen: Könnt Ihr Euch einen Wechsel Eures Gas- bzw. Stromanbieters vorstellen?