Bezirk Baden: Unabhängigkeit von fossiler Energie

Erstellt am 06. April 2022 | 04:30
Lesezeit: 3 Min
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Tattendorf (v.l.): Pressesprecher Martin Aschauer, Vorstandvorsitzender Christian Mesterhazi und Aufsichtsratsvorsitzender Walter Schwarz.
 
Foto: Foto: Attila Molnar
Erdöl und Erdgas sollen schon bald der Geschichte angehören. Klimamodellregionen zeigen, wie dies gelingen kann.
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Die Energierversorgung möglichst durch erneuerbare Energie zu gewährleisten, ist schon länger erklärtes Ziel der Umwelt- und Klimapolitik. Gerade im Zuge des Ukraine-Krieges wird jedoch wieder vermehrt darüber diskutiert, wie und wann es gelingen kann, etwa von russischem Erdöl und Erdgas unabhängig zu werden. Im Bezirk Baden gibt es Klima- und Energiemodellregionen, die sich dieser Thematik annehmen.

So zum Beispiel im Triestingtal. Der Leiter des Klima- und Energie- Modellregionsmanagement Triestingtal, Jakob Fröhling, erzählt: „Seit 2015 wird mehr erneuerbarer Strom erzeugt als die Endverbraucherinnen und Endverbraucher konsumieren. Der fortwährende Ausbau der Erneuerbaren und zusätzliche Energieeffizienzmaßnahmen werden das auch in Zukunft sicherstellen. Damit können wir einen großen Teil der Verbrennung fossiler Rohstoffe durch Elektrizität ersetzen.“ Zusätzlich wachse auch der Waldbestand jährlich und sichere somit die Heizungsumstellungen auf Biomasse als nachhaltig ab.

Laut Fröhling soll alleine im Land Niederösterreich die jährliche Stromerzeugung mithilfe von Photovoltaikanlagen bis 2030 auf zwei Milliarden kWh ausgebaut werden. Die Windenergie werde verdoppelt und bringe im selben Zeitraum rund sieben Milliarden kWh.  Auch Biomasse und Biogas würden ausgebaut, um die Bereiche zu versorgen, welche sich nicht elektrifizieren ließen. „In Pottenstein wurde eine Raumplanung in Auftrag geben. Diese hat ergeben, dass auf geeigneten Dachflächen dreimal so viel Strom durch Photovoltaik erzeugt werden kann, wie aktuell in der Gemeinde verbraucht wird“, schildert Fröhling das Potenzial erneuerbarer Energieträger am Beispiel einer Triestingtalgemeinde.

Kriege um Ressourcen darf es nicht mehr geben

Die derzeitige Situation zeige deutlich, dass es auch um den Frieden gehe: „Viele Kriege haben Ressourcen als Hintergrund oder werden dann zu Druckmittel. Je weniger Abhängigkeiten besonders im Bereich der Energie zwischen Ländern bestehen, desto sicherer können wir global in Frieden zusammenleben.“ Eine weitere Initiative stellt die Erneuerbare Energiegemeinschaft Thermenstrom eGen dar. Der Vorstandsvorsitzende dieser ist Christian Mesterhazi, Energie- und Umweltgemeinderat in Tattendorf.

„Gemeinsam mit der „eNu“ wurde in Tattendorf und mehreren KEM-Gemeinden (Klima- und Energiemodellregion Ebreichsdorf, Anm.) die von Bund und Land hoch geförderte Aktion „Raus aus dem Öl und Gas“ gestartet. Ziel der Aktion ist es, in den nächsten Jahren alle fossilen Brennstoffe durch erneuerbare Energie zu ersetzen“, betont Mesterhazi. Alleine in Tattendorf seien derzeit noch etwa 60 Prozent Öl- und Gasheizungen in Betrieb, die restlichen 40 Prozent des Energiebedarfs würden bereits erneuerbar durch beispielsweise Biomasse gedeckt.

Zum konkreten Energiebedarf in Tattendorf meint Christian Mesterhazi: „Der Gesamtenergieverbrauch in Tattendorf beträgt 41 000 MWh pro Jahr, davon werden 17.500 MWh für Wärme benötigt. Das heißt, dass bis 2030 10.500 MWh Wärme pro Jahr aus erneuerbarer Energie erzeugt wird.“ Das Ziel sei zudem, bis 2030 energieautark und damit völlig unabhängig von externen Energieanbietern zu werden.

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