Mörderischer Theaterspaß in Kottingbrunn

Kriminalgeschichte, wo sie passiert ist. Das Ensemble theaterfink ermöglicht das.

Erstellt am 28. Juli 2019 | 13:57
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Hauptdarstellerin Eva Billisich.
Foto: Vonblon, Wederitsch

Das Ensemble „Theaterfink“, Wiens einziges kontinuierlich spielendes Stationentheater im öffentlichen Raum, macht als Teil des Viertelfestivals NÖ im August Station im Schloss Kottingbrunn, in der Kulturszene Kottingbrunn.

Auf dem Programm steht das mörderische Stationentheater „Da Einedrahra kauft a Schloss!“ Ein Streifzug durch die Kriminalgeschichte mit Schauspiel, Puppenspiel und musikalischem Treibstoff über geheimnisvolle Geldvermehrung und den Wert der Arbeit.

Darum geht es: Bei Abbrucharbeiten eines alten Hauses wird eine mumifizierte Leiche gefunden. Eine Archäologin und eine unterbeschäftigte Gerichtsmedizinerin begeben sich auf eine Zeitreise ins vormärzliche Wien, dem vermutlichen Todeszeitpunkt des Opfers. Schnell stoßen sie auf rätselhafte Aufzeichnungen über den damaligen Bewohner des Hauses: Peter Ritter von Bohr. Er war angesehener Maler, Unternehmer, Aktionär, Bankengründer, Adeliger und Geldfälscher. Aber war er auch ein Mörder?

Bohr, einstiger Besitzer vn Schloss Kottingbrunn, war kein geborener „Großkopfada“, dennoch schaffte er es mit Zielstrebigkeit und Geschick in die besten Kreise des vormärzlichen Wiens. Sein Charme, Esprit und Unternehmergeist machten den Aufsteiger zu einem gefragten Geschäftspartner. Bis seine Frau mit gefälschten Banknoten eine Rechnung bezahlen wollte. Ein Verdacht erhärtete sich und der Skandal war perfekt: Er war ein echter Einedrahra! Und wer ist die Leiche, die Jahre später in seinem Keller gefunden wurde?

theaterfink begibt sich auf eine humorvolle Spurensuche und bereist dabei die Zeit zwischen Wiener Kongress und der Märzrevolution 1848. Eine Epoche, in der die Gesellschaft nur an der Oberfläche geordnet erschien, es darunter aber gewaltig brodelte. War Bohr nur ein echter „Einedrahra“ oder vielleicht auch ein Mörder?