Friedenspreis für Badener Filmemacher. Richard Ladkanis Film „Sea of Shadows“ bekam „Cinema for Peace“-Preis. Zudem wächst seine Filmfirma weiter. Mehrere Projekte in Vorbereitung, darunter wieder Kinofilm.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 05. März 2020 (03:26)
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Anita und Richard Ladkani mit dem „Cinema for Peace“-Preis.Pictures GmbH
Malaika Pictures GmbH

Einen weiteren Erfolg verzeichnet der Badener Filmregisseur und Kameramann Richard Ladkani mit seiner Firma Malaika Pictures, die er gemeinsam mit seiner Frau Anita betreibt. Sein bereits mehrfach preisgekrönter Öko-Dokutriller „Sea of Shadows“, den er in Zusammenarbeit mit Terra Mater Factual Studios produziert hat, wurde bei einer Benefizgala in Berlin von der „Cinema for Peace Foundation“ ausgezeichnet. Ladkani erhielt den Award bereits mit seinen Filmen „Janes Journey“ und „The Ivory Game“ – „Dreimal diesen Preis zu gewinnen ist verrückt“, freut er sich. Die Organisation wurde vor 19 Jahren von Michail Gorbatschow und Leonardo DiCaprio ins Leben gerufen.

Die jüngste Auszeichnung tröstet darüber hinweg, dass „Sea of Shadows“ anders als die großen Hollywood-Magazine erwarteten, nicht zu den Oscar-Nominierten gehörte. „Wir waren nahe dran, die Kampagne lief super, aber letztlich ist es ein politisches Spiel, in dem viele Interessen dabei sind“, umreißt Ladkani die Hintergründe. Umso größer bleibe letztlich die Freude über den Gewinn des Publikumspreises beim renommierten Sundance Filmfestival. „Wir haben unser Ziel erreicht, ein schwieriges Thema ans Publikum zu bringen“, resümiert Anita Ladkani. Einen Oscar zu gewinnen, bleibe jedoch für jeden Filmschaffenden das Ziel. „Vielleicht klappt es das nächste Mal“, meint Richard Ladkani.

Mehrere Projekte bereits in Planung

An neuen Plänen mangelt es nicht. Nach „Sea of Shadows“ haben Richard und Anita Ladkani gleich mehrere Projekte in Vorbereitung. Dazu wurden für ihre Badener Produktionsfirma zwei neue Mitarbeiter angestellt. Das größte Vorhaben betrifft einen Kinofilm über den Amazonas, Brasiliens grüne Lunge. „Es ist ein toller Lebensraum, der erhalten werden muss“, erklärt er. Weiters ist eine Doku-Serie in Planung „über die Zerstörung von Ökosystemen und Wildtieren“, bei der auch der illegale Handel mit bedrohten Tierarten thematisiert wird. Ebenso soll ein Spielfilm entstehen – eine Liebesgeschichte rund um das größte Flüchtlingslager der Welt in Afrika. Das Drehbuch dazu befinde sich gerade in der dritten Fassung und soll im Sommer 2020 fertig sein. Außerdem ist eine fiktionale Serie geplant, angelehnt an die düstere Gangster-Dramaserie Narcos auf Netflix.

„Unsere Agenten jagen Kartellbosse und die Mafia auf der ganzen Welt zur Rettung des Planeten“, schildert Ladkani. Zuguterletzt beteiligen sich die Ladkanis am Projekt „JANE“ –(Justice & Action Network for the Earth), wo sie mit Wissenschaftern zusammenarbeiten, um „den größten Problemen der Welt Herr zu werden“. Dazu bewarb man sich bei der „MacArthur Foundation“, die jährlich beim Wettbewerb „100&Change“ eine 100 Millionen Dollar Subvention als Preis ausschreibt. „750 Projekte habe sich beworben und wir sind bereits unter den Top 100“, freut er sich. Im Herbst falle die Entscheidung, welches Projekt gefördert werde.

„Wir haben viel vor, momentan dreht sich der Kopf bei uns“, beschreibt Ladkani. Besonders freut er sich weiter über das freundschaftliche Verhältnis mit Hollywood-Star und Produzent Leonardo di Caprio, der Ladkani schon bei einigen Projekten geholfen hat. „Er ist mit Herz und Seele bei den Themen dabei“, sagt Ladkani.