Die Welt der „Flinserl“ in Weissenbach. In Weissenbach wurden bis 1971 auch glitzernde Pailletten hergestellt.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 15. Februar 2021 (03:22)
Museumsleiter Wolfgang Stiawa in seinem Reich, dem Heimatmuseum in Weissenbach.
Holzinger.Presse

Zahlreiche Kleidungsstücke und Ballroben, aber auch Christbaumschmuck waren einst mit glitzernden Produkten von den Leonischen Werken Cornides & Kühmayer K.G. geschmückt.

1838 gründete die Fabrikantenfamilie Cornides in Weissenbach eine Fabrik, wo Metallwaren aus vergoldetem oder versilbertem Kupfer hergestellt wurden. Karl v. Cornides vergrößerte die Firma mit einem großen Drahtzug, wo man Drähte in verschiedenen Stärken zog. Darunter auch so feine, die man während der Monarchie für Kordeln und Kokaden, die man hauptsächlich für Uniformen benötigte, erzeugte.

Die Firma war zu dieser Zeit die bestens ausgerüstete der Monarchie und bot zahlreiche Arbeitsplätze. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 fusionierte sich die Fa. Cornides mit der Fa. Kühmayer zu den „Leonischen Werke Cornides & Kühmayer“ und war bis ca. 1971 wichtiger Arbeitgeber in Weissenbach.

Auf den Mustertafeln der ehemaligen Leonischen Fabrik Cornides sind die verschiedenen Materialien zu sehen.
Holzinger.Presse

Leonische Waren sind Metallwaren, die aus vergoldetem oder versilbertem Kupfer hergestellt wurden. Diese spezielle Herstellungstechnik stammt aus Lyon (Spanien), woher auch der Name stammt. Hauptsächlich wurden feine Zierdrähte für Christbaumschmuck, Gallonen, Spitzen, Stickereien und Pailletten, im Volksmund „Flinserl“ genannt, erzeugt. Besonders die glitzernden, in allen Farben leuchtenden „Flinserl“ sind bis heute ein Begriff und zieren so manches Kleidungstück prunkvoll.

Viele Produkte von diesem Werk kann man im Triestingtaler Heimat- und Regionalmuseum bewundern.