Pottendorfer wartet auf die Ausfahrt. David Wunderl bietet mit seinen historischen Fahrzeugen außergewöhnliche Reisen an.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 19. April 2021 (04:34)
Seit wenigen Wochen glänzt der alte DDR-Bus von Wunderl Reisen im neuen Look. Bis zu 20 Gäste können Platz nehmen. Corona-bedingt muss er allerdings noch in der Garage warten.
Thomas Lenger

Der 36-jährige David Wunderl ist seit 2016 einer der wohl kreativsten Unternehmer der Region. Mit „Wunderl Reisen“ gründete er sein eigenes Unternehmen, das Busfahrten mit besonderen Fahrzeugen bietet. Wunderl hat sich auf Oldtimer-Busse spezialisiert und macht eine Busfahrt zum besonderen Erlebnis. Doch die Corona-Krise legt auch sein Unternehmen seit Monaten auf Eis. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, denkt David Wunderl positiv und bereitet sich darauf vor, endlich wieder auf Reisen zu gehen.

Busfahren liegt David Wunderl im Blut

„Die Idee von Wunderl Reisen ist schon vor einiger Zeit entstanden, da die Leidenschaft, etwas Eigenes und Besonderes aufzubauen, immer schon in mir geschlummert hat“, erzählt David Wunderl während einer Probefahrt mit seinem neuesten Schmuckstück. Wobei die Busse von David nie neu sind, schließlich fährt er mit seinen Gästen mit Oldtimer-Bussen durch die Landschaft. Dem Pottendorfer liegt Busfahren im Blut, denn schon sein Großvater war Buslenker. Er selbst arbeitete viele Jahre bei einem großen Busunternehmen, ehe er 2017 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Obwohl er diese Idee schon länger mit sich trug, war es einem Zufall zu verdanken, dass er sein eigenes Unternehmen gegründet hat.

David Wunderl aus Pottendorf bietet mit seinen Oldtimer-Bussen Erlebnisreisen an. 
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„2016 entdeckte ich einen Oldtimer-Bus im Salzkammergut und so war mein Unternehmen geboren. Mir stehen insgesamt 18 Oldtimer-Busse zur Verfügung, dabei handelt es sich teilweise um historische Fahrzeuge. Mir selbst gehören drei“, erzählt der Busunternehmer. Derzeit überlegt er, zwei weitere Busse zu kaufen, doch die Corona-Krise hat die Entwicklung des jungen Unternehmens ein wenig gebremst. „Es hat sich dann über den Sommer zum Glück ein wenig gelockert, doch seit November stehen wir wieder völlig still“, erzählt er.

Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, arbeitete Wunderl weiter am Ausbau seines Unternehmens und richtete in den vergangenen Monaten seinen neuen Bus her. „Vorigen Mai habe ich einen Robur LD 3001 in Deutschland gekauft. Es ist ein historischer Oldtimer-Bus aus der ehemaligen DDR, den ich aus Thüringen importiert, neu typisiert und hergerichtet habe“, erklärt er.

Seit wenigen Wochen glänzt der alte DDR-Bus im neuen Look und wäre bereit, bis zu 20 Gäste zu Ausflugszielen zu bringen. Doch für den Reiseunternehmer heißt es vorerst weiter warten.

Mit dem Cabrio-Bus durch die Lande

„Die Busse, die ich bewege, sind teilweise schon sehr alt. Die ältesten stammen aus den 1940er-Jahren. Unter den Fahrzeugen befinden sich auch wirkliche Juwele, wie ein 380er Steyr, der ein ehemaliger Mannschaftstransportwagen der Wiener Polizei ist“, sagt David Wunderl. Das Besondere an dem Fahrzeug ist, dass es sich um einen Cabrio-Bus handelt. „Damit habe ich auch meine Cabrio-Busfahrten gestartet, welche bei meinen Gästen sehr beliebt sind“.

Vor zwei Jahren entdeckte er dann ein „Setra S10 Cabrio“ aus den 1960er-Jahren. „Es handelt sich dabei um einen Cabrio-Bus, mit dem wir bis zu 30 Personen transportieren können. Damit wird ein Ausflug unter freiem Himmel natürlich zu einem ganz besonderen Erlebnis“, schwärmt Wunderl.

Egal, ob eine Reise in den Süden, eine Stadtrundfahrt in Wien mit einem ehemaligen Linienbus der Wiener Linien oder eine Cabrio-Busfahrt in die Weinberge, Wunderl Reisen steht für Erlebnisreisen. „Ich möchte meinen Gästen einfach besondere Erlebnisse und ein einmaliges Ambiente bieten. Man kann heute sehr leicht überall hinreisen, vorausgesetzt es herrscht nicht grade eine Pandemie. Doch eine Reise mit einem historischen Bus ist etwas Besonderes, das man nur bei uns bekommt“, ist David Wunderl überzeugt.

Die Hoffnung, dass möglichst bald die Corona-Krise ein Ende findet und wieder „Normalität“ einkehrt, ist bei David groß. Er würde am liebsten sofort wieder starten. „Ich bin überzeugt, dass gerade nach so einer langen Zeit die Menschen sich schon sehr darauf freuen, wieder zu reisen, unterwegs zu sein, was zu erleben und sich einfach Zeit zum Genießen wünschen“, ist sich der Unternehmer sicher.