Bezirk Baden: Sofa in Stiegenhaus in Flammen, Bewohner eingeschlossen

Erstellt am 19. Februar 2022 | 16:51
Lesezeit: 4 Min
Zu dramatischen Szenen und vor allem auch gefährlichen Situationen für Bewohner und Feuerwehreinsatzkräfte kam es in der Nacht auf Samstag bei einem Brand in einer Wohnhausanlage in Neuhaus an der Triesting (Gemeinde Weissenbach, Bezirk Baden). Danach wurden aufgrund der ominösen Umstände Ermittlungen aufgenommen.
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"In der stürmischen Nacht auf den Samstag hätten die Feuerwehrmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Neuhaus a. d. Triesting eher an einen entwurzelten Baum gedacht als das was sie erwartete", berichtete das Bezirksfeuerwehrkommando (BFKDO) Baden in einer Aussendung am späten Samstagnachmittag.

Um 02.34 Uhr war die Einsatzmannschaft der FF Neuhaus aus dem Schlaf gerissen und zu einem Brandeinsatz in einer örtlichen Wohnhausanlage alarmiert worden. Die Basis-Info war „brennendes Sofa im Stiegenhaus“, auch die FF Weissenbach wurde mitalarmiert.

Bei der Einsatzadresse handelte es sich laut der Aussendung "um einen Wohnblock mit sieben Stiegenhäusern und rund 60 Wohneinheiten, was die Lage erheblich verschärfte".

Einsatzleiter Torsten Hellmig traf als Erstes am Einsatzort ein und machte sich ein Bild der Lage. Das BFKDO Baden berichtete: "Aus Fenstern und von Balkonen riefen die verängstigten Bewohner bereits dem Einsatzleiter zu und teilten mit, dass das Stiegenhaus stark verraucht sei und eine Flucht aus dem Gebäude unmöglich ist." Hellmig habe die Leute angewiesen, die Türen geschlossen zu halten und in den Wohnungen zu verbleiben.

Bei der Lageerkundung nahmen die Florianis im Innenhof des Gebäudekomplexes bereits Feuerschein aus Stiege 3 wahr. Als Einsatzleiter Hellmig den betroffenen Bereich in Augenschein nahm, fand er nicht nur ein in Flammen stehendes Sofa im Erdgeschoß, sondern auch noch in Brand stehende Gaszähler und Stromverteilerkasten.

Zwischenzeitlich trafen nacheinander die weiteren Einsatzkräfte ein. Der erste Atemschutztrupp erhielt den Befehl zur Brandbekämpfung mittels C-Angriffsleitung in das Stiegenhaus vorzugehen. Die Mannschaft des TLFA Weissenbach stellte den zweiten Atemschutztrupp.

Bis die Löschleitung aufgebaut war, dämmte man mit einem CO2 (Kohlendioxid)-Feuerlöscher die Flammen im Stromverteilerkasten ein; danach bekämpften die Florianis mit einem C-Rohr den Brand im Stiegenhaus. Der Atemschutztrupp Weissenbach erhielt den Auftrag in die Obergeschosse vorzugehen und Rauchabzugsöffnungen zu schaffen.

Der Brand konnte rasch unter Kontrolle gebracht und abgelöscht werden. Mit einem Hochleistungslüfter konnte das Stiegenhaus entraucht werden. Die Wasserversorgung wurde über einen Hydranten an der B11 sichergestellt.

Seitens des Roten Kreuzes wurden zwar zwei Fahrzeuge und zwei First-Responder alarmiert, der Einsatz dieser Mannschaften war glücklicherweise nicht erforderlich. Ebenso wurden zwei Polizeistreifen zur Einsatzadresse beordert.

Aufgrund der ominösen Umstände begann die Exekutive unverzüglich mit der Erhebung des Sachverhaltes und der Befragung von Anrainern sowie Einsatzkräften, auch der Bezirksbrandursachenermittler kam zum Einsatz.

Insgesamt standen zwei Feuerwehren mit 33 Feuerwehrleuten rund eine Stunde im Einsatz.

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