Baden

Erstellt am 25. April 2018, 03:20

von NÖN Redaktion

Ausstellung zeigt die Stadt Baden als Zentrum der Macht. Bis 4. November hat man Zeit, um sich über jene Zeit umfassend zu informieren, als Baden das absolute Zentrum der Macht war. Kuratiert hat die Schau Manfried Rauchensteiner.

VP-Gemeinderat Michael Capek, Kurator Manfried Rauchensteiner und die Leiterin der Abteilung Museen, Ulrike Scholda beim ersten Rundgang durch die eröffnete Ausstellung „Baden – Zentrum der Macht“.  |  PSB/Dusek

Endlich ist die neue Ausstellung im Kaiserhaus eröffnet. So viel hat man schon im Vorfeld gehört, gelesen und an Werbung konsumiert. Jetzt kann man endlich ins Kaiserhaus gehen und ein bisschen den Duft der Macht schnüffeln.

Ein- und abtauchen kann man in jene Zeit, als die kleine Kurstadt Baden tatsächlich das Zentrum der Macht war. Hier wurden wichtige militärische Entscheidungen getroffen, die die gesamte Monarchie betrafen und somit auch weltpolitische Bedeutung hatten. Es war zwar nicht lange, dass Baden dieser Titel gebührt: In den beiden letzten Kriegsjahren, also von Jänner 1917 bis November 1918, verlegte Kaiser Karl I. sein Militärkommando nach Baden und schickte vom ersten Stock des Kaiserhauses aus, sämtliche wichtige Entscheidungen in die Welt hinaus.

Baden war sicht des allerhöchsten Hoflagers

Baden war somit Sitz des allerhöchsten Hoflagers und des k.u.k. Armeeoberkommandos. Der Kaiser wohnte auch zum Teil mit seiner Familie im zweiten Stock des Hauses am Hauptplatz. Ein interessantes und lebendiges Abbild bietet dazu nun die Ausstellung „Baden – Zentrum der Macht 1917-1918“.

Am Originalschauplatz wird erstmals eine Ausstellung über das k.u.k. Armeeoberkommando zu sehen sein. Historisch aufarbeiten und nachverfolgen kann der Besucher jene Zeit, als die Welt in den Ersten Weltkrieg schlitterte. Baden wird dafür welthistorische Bedeutung zuteil. In fünf Kapiteln mit rund 200 Exponaten aus öffentlichen und privaten Sammlungen wird das Geschehen vor 100 Jahren deutlich gemacht. Thematisiert werden auch die letzten Regierungsjahre Kaiser Franz Josephs, die vergeblichen Friedensbemühungen Kaiser Karls, die letzten großen Schlachten des Ersten Weltkriegs, Triumph und Niederlage bis zum Waffenstillstand im November 1918.

„Große Politik“ und des Kaisers Rolle

Historische Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke, Objekte, Bildmaterial sowie Film- und Tonaufzeichnungen erwecken diese Zeit zum Leben und geben Einblick in den Alltag während des Krieges und die Ereignisse an der Front. Es geht um die „große Politik“, die Rolle des Kaisers, die oberste militärische Führung, das Leben der Soldaten im Feld, die Verelendung und die besondere Rolle Badens als Zentrum der Macht.

Info: Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Amalthea Verlag, der Herausgeber ist der Kurator der Schau, Manfried Rauchensteiner. Nachzulesen sind darin Beiträge von Rudolf Maurer, Verena Moritz, Johann Prikowitsch, Manfried Rauchensteiner, Karl und Michaela Vocelka sowie Bernhard Wenning.