Traiskirchner Chefinspektor Kurt Fenz: Von Corona bis Road Runner

Chefinspektor Kurt Fenz hat im August das Kommando über die Polizeiinspektion Traiskirchen übernommen.

Erstellt am 22. November 2021 | 05:12
Von Corona bis Road Runner
Chefinspektor Kurt Fenz (l.) war 21 Jahre lang in Wien tätig, bevor der laut Eigenbezeichnung „Ur-Trumauer“ nach Bad Völsau wechselte und dann nach Traiskirchen. Bezirkspolizeikommandant Hannes Jantschy (r.) ist mit den Ermittlungserfolgen zufrieden.
 
Foto: JJ

Eines wird es sicher nicht als Polizeiinspektions-Kommandant der Dienststelle Traiskirchen, die mit 45 Bediensteten zu einer der größten im Lande zählt: langweilig. War es im August 2019 relativ ruhig, als Kurt Fenz von der Dienststelle Bad Vöslau nach Traiskirchen wechselte, um so herausfordernder wurde es seit heurigem Sommer, als er das Zepter von seinem Vorgänger Kurt Wagner übernahm.

Fenz erläutert dazu: „Die Corona-Zahlen sind seit Wochen im Steigen begriffen, und meine Beamten sind laufend damit beschäftigt, Absonderungsbescheide zu erstellen und zu kontrollieren, ob die Betroffenen tatsächlich in Quarantäne sind.“

Auch Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Hannes Jantschy weiß um die besonderen Herausforderungen, mit denen die Polizeiinspektion Traiskirchen konfrontiert ist. „Das Erstaufnahmezentrum befindet sich nun einmal in Traiskirchen, ereignet sich hier etwas, zieht das sofort das öffentliche Interesse auf sich und meine Beamten stehen im Scheinwerferlicht der Medien“, merkt Jantschy an. Da dürfe man sich keinen Fehler erlauben, sonst stehe man sofort am medialen Pranger. Zwei Beamte der Polizeiinspektion Traiskirchen verrichten 24 Stunden lang Dienst im Erstaufnahmezentrum und unterstützen so den hauseigenen Wachdienst. „Am ehesten zu Rangeleien kommt es bei der Essensausgabe, man muss halt immer schauen, dass es nirgends zu Konfliktsituationen kommt“, sagt Jantschy.

Großer Erfolg: Autozerkratzer erwischt

Stolz ist der begeisterte Hobby-Fußballer Kurt Fenz darauf, dass es gelungen ist, den Autozerkratzer von Traiskirchen zu fassen.

Monatelang waren hochpreisige Autos in Traiskirchen mit anarchistischen Symbolen verunstaltet worden. Die Lackbeschädigungen ergaben einen enormen Sachschaden. Der vor Kurzem gefasste Täter hat Traiskirchner Wurzeln und pendelte zwischen Deutschland und seiner Heimatstadt hin- und her. 92 beschädigte Pkw gehen in der Zeit von 27. August bis 23. September auf sein Konto. Gefasst wurde er, „weil das Bezirkspolizeikommando Baden gemeinsam mit Beamten der Kriminalgruppe der Polizeiinspektion Traiskirchen und mit der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität des Landeskriminalamtes Niederösterreich umfangreiche und akribische Ermittlungsarbeiten wie die Sicherung von Spuren durchgeführt hat“, erläutert Jantschy.

Der 31-jährige Täter outete sich nach seiner Festnahme selbst als „Anti-Kapitalist“. In Atem hielt die Polizeiinspektion Traiskirchen der Brand auf dem Gelände der ehemaligen Semperit und die Road Runner Szene, die auf der B17 bei zwei Tankstellen ihr Unwesen getrieben hatte. „Die Lage ist jetzt unter Kontrolle“, berichtet Fenz. „Das ist dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde und der Firma Shell gelungen“, erklärt Fenz. Die Stadt hat im neuralgischen Bereich ein Halte- und Parkverbot erlassen, wer sein Auto trotzdem dort abstellt, dem droht eine Besitzstörungsklage. Zufrieden sind jetzt auch wieder die Anrainer, die laufend über die Lärmbelästigung geklagt hatten.