NÖM lädt junge Milchbauern nach Baden ein. Die NÖM AG lud junge Milchbauern nach Baden, damit diese sehen, wie ihre Milch weiterverarbeitet wird.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 29. Oktober 2019 (04:06)
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Am Milch-Partnerschaftstag: Hannes Wuggenig (Altenmarkt), Michael Reischer (Weisenbach/Triesting), Gabriele Wuggenig, NÖM-Vorstand Josef Simon, Milchgenossenschaftsobmann Johann Krendl, Maria Reischer und MNG-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer.
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Die Milchbauern sind ein wesentlicher Bestandteil im Getriebe von Niederösterreichs größter Molkerei, der NÖM AG. Sie sind organisiert in der Milchgenossenschaft Niederösterreich (MNG), deren Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer die Idee hatte, die Produzenten direkt in die Molkerei in Baden einzuladen, wohin die Milchtankwagen die kostbare weiße Flüssigkeit bringen, nachdem sie diese von den einzelnen Bauernhöfen abgeholt haben.

Im Fokus der Einladung standen laut Gruber-Doberer „Jungmitglieder, um die ist es uns gegangen. Es ist ganz, ganz wichtig, für uns als Milchgenossenschaft junge Mitglieder zu haben, die sich engagieren“. Und die den Mut hatten, den Hof ihrer Eltern zu übernehmen, so wie Gabriele und Hannes Wuggenig aus dem Ortsteil Thenneberg in Altenmarkt an der Triesting. Sie bewirtschaften einen Hof mit 50 Kühen im Stall.

Regelmäßigkeit ist für Kühe sehr wichtig

Zweimal am Tag wir gemolken, einmal in der Früh, einmal am Abend. „Wichtig ist dabei die Regelmäßigkeit. Kühe sind Gewohnheitstiere“, erklärt Gabriele Wuggenig. Zwar übernimmt den Melkvorgang selbst die Melkmaschine, aber angehängt wird diese händisch. „Alles lässt sich nicht automatisieren“, fügt Hannes Wuggenig hinzu. Denn in Österreich kennen die Milchbauern ihre Kühe noch persönlich und mit dem Namen. Sie bieten ihnen Freiheit und Platz im Laufstall, ganz anders sieht es da in osteuropäischen Ländern aus.

NÖM-Vorstand Josef Simon erzählte den Jungbauern von einer Exkursion nach Bratislava. „Hier werden hunderte Tiere in einem Stall gehalten. Als ich fragte, woher das Futter kommt, bekam ich als Antwort, aus Argentinien.“ Das erklärt auch, warum Milch zu einem Produkt geworden ist, das im Handel keinen Preis mehr hat, der eine Wertschätzung für die Arbeit der Produzenten ausdrückt.

Denn im Bezirk, in Niederösterreich und im ganzen Liefergebiet der Milchgenossenschaft Niederösterreich kommt die Milch von kleinstrukturierten bäuerlichen Betrieben. „Die Qualitätskontrollen in Österreich haben einen anderen Standard als in anderen Teilen der Europäischen Union. Das muss man aber auch den Konsumenten sagen“, beton MNG-Geschäftsführer Gruber-Doberer. Und: „CO2-Neutralität beginnt mit dem Griff des Konsumenten ins Regal. Ich möchte euch motivieren, Botschafter für die österreichische Milch zu sein.“

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