EVN-Sprecher Zach: Anfragen gehen in Baden „durch die Decke“

Erstellt am 18. Mai 2022 | 05:46
Lesezeit: 3 Min
Vertrag über Einleitung der Abwässer in Kläranlage wird verlängert. Stadt verhandelt zudem mit EVN um Ausbau der Fernwärme.
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„Die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und EVN ist ein Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität“, betonen ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek und Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne). Der bei Inbetriebnahme des Biomasse-Heizkraftwerks Baden abgeschlossene Vertrag über die Einleitung der Abwässer in die Kläranlage ist nach 15 Jahren abgelaufen und soll nun auf unbestimmte Zeit verlängert werden.

Das Biomasse-Heizkraftwerk Baden leitet die anfallenden betrieblichen Abwässer in die Kläranlage Baden. Dort werden sie gereinigt und als Vorfluter in die Schwechat eingeleitet. Die Anlange erzeugt nicht nur Strom für 10.000 Haushalte, sondern auch umweltfreundliche Wärme für rund 12.000 Haushalte.

Die Stadt und die EVN verhandeln zudem bereits den künftigen Ausbau der Fernwärme, kündigen Szirucsek und Krismer an. Denn die Anlage stoße derzeit an ihre Grenzen. Krismer verweist darauf, dass das Industrieviertel grundsätzlich dringend ein weiteres Biomasse-Heizkraftwerk benötige. Angedacht war eines im Bezirk Mödling, doch bei zwei möglichen Standorten in Vösendorf und Biedermannsdorf war die Bevölkerung dagegen – „ein Desaster für das Industrieviertel“, meint Krismer, die gerade jetzt im Zuge der Forderung nach Energiesicherheit die Zukunft in der Fernwärme sieht.

Das Schwefelwasser, das in der Stadt Baden so stark fließe, sei dafür nicht geeignet, da es im Niedrigtemperaturbereich liege und der Leitungsverlust zu groß wäre. Nur im Strandbad wird das Schwefelwasser auch zur Wärmegewinnung genutzt, ergänzt Krismer. „Das, was möglich ist, wird gemacht.“

In Baden „massives Ausbauprogramm“

EVN-Sprecher Stefan Zach informiert, dass in Abstimmung mit der Stadt „ein massives Ausbauprogramm“ in Baden geplant sei. Entlang bestehender Leitungs-Trassen werde versucht, neue Anschlüsse zu ermöglichen. Generell gingen die Anfragen derzeit „durch die Decke“. Zach: „Die Leute wollen raus aus Öl und Gas und in eine sichere Energieform.“ Einzig abseits der aktuellen Leitung sei der Ausbau derzeit im Stocken – „wir haben mit Lieferengpässen zu kämpfen“, begründet er. In Baden bemühe man sich, möglichst viele Kunden entlang der Trasse anzuschließen. Gebiete mit großem Wärmebedarf, die aber weit weg von der bestehenden Leitung seien, sollen mit einer Insellösung mit naturfreundlicher Wärme versorgt werden. Ein innovatives Projekt ist etwa bei den großen Wohnbauten in der Helenenenstraße rund ums Hotel Sacher geplant. Hier soll entweder mit Wärmepumpen oder einer kleindimensionierten Wärmeleitung oder mit einer Mikromodulanlage eine Zwischenlösung gefunden werden. Sobald es später möglich sei, werde man dann auch dort ans große Netz anschließen.

Die Suche nach einem neuen Standort im Raum Mödling sei in den nächsten Monaten „eine große Herausforderung für uns“, bestätigt Zach.

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