Großes Jubiläum: 30 Jahre Blumau-Neurißhof. Landtagsabgeordneter Christoph Kainz und der dritte Nationalratspräsident a.D., Franz Gartner, erhielten Ehrenring. Sie waren sichtlich überrascht.

Von Sonja Pohl. Erstellt am 20. Oktober 2018 (18:22)
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BH-Stv. Markus Sauer, Bundesrätin a.D. Angela Stöckl-Wolkerstorfer, LAbg. Christoph Kainz, Bgm. Gernot Pauer, NRAbg. Andreas Kollross, 3. Landtagspräsident a.D. Franz Gartner, Pfarrer Mariam Garwol und Vize-Bgm. René Klimes.
Pohl

Mit einem Festakt im Karl Kollersaal, an dem zahlreiche Fest- und Ehrengäste, allen voran Pfarrer Mariam Garwol, SP-Nationalratsabgeordneter Andreas Kollross, Landtagsabgeordneter Christoph Kainz (ÖVP), der 3. Landtagspräsident a.D. Franz Gartner (SPÖ), Bundesrätin a.D. Angela Stöckl-Wolkerstorfer (VP) sowie zahlreiche Bürgermeister und Vizebürgermeister der umgebenden Gemeinden, der Garnison Großmittel, der Verbände und Blaulichtorganisationen sowie aus der Vereinswelt teilnahmen, wurde der 30. Geburtstag der jüngsten Gemeinde Niederösterreichs, Blumau-Neurißhof, gebührend gefeiert. Höhepunkt war die Verleihung der Ehrenringe Nummer 5 und 6 an „zwei Menschen, deren Herz irgendwie auch für Blumau-Neurißhof schlägt und die sich stets für unsere Gemeinde einsetzen, nämlich Christoph Kainz und Franz Gartner“, so Ortschef Gernot Pauer (PUL - parteiunabhängige Liste).

„Den Ehrenring habe ich noch nicht einmal von der eigenen Gemeinde“, dankte der überraschte Abgeordnete und Bürgermeister von Pfaffstätten, Christoph Kainz.

Noch vor der Auszeichnung ließ Gernot Pauer die 30-jährige Geschichte seiner Heimatgemeinde Revue passieren, wobei die erstmalige urkundliche Erwähnung Blumaus bereits auf das Jahr 1380 zurückreicht. Geprägt ist der Ortsteil auch von Maria Theresia sowie der einstigen Schießpulvererzeugung, die 40.000 Arbeitnehmer beschäftigte.

In den 1970er Jahren wurden niederösterreichweit 1600 Gemeinden auf 578 vereint. In dieser Zeit entstand auch die Großgemeinde Steinfelden, in dieBlumau-Neurißhof eingemeindet war. Der Lokalpatriotismus war jedoch stärker. Auf Bestreben von Tattendorf erfolgte am 11. Juni 1986 der Beschluss, die Gemeinden wieder zu trennen, die 1988 schließlich vollzogen wurde.

Damals begann man sprichwörtlich bei Null

„Wobei Blumau-Neurißhof eine Schaufel und einen Schubkarren als Starthilfe erhielt und niemand so recht daran glaubte, dass wir als Gemeinde bestehen können“, so Pauer. Die Entwicklung, welche die Gemeinde in den folgenden 30 Jahre nahm, kann sich wahrlich sehen lassen. Heute ist sie Wohlfühl- und Servicegemeinde, die noch dazu 2019 vollkommen schuldenfrei bilanzieren kann.

Dass Gemeindetrennungen und auch Fusionen nur von den Bürgern selbst getragen werden können, darüber waren sich alle Festredner einig. Ebenso, dass man Menschen braucht, die sich ehrenamtlich engagieren. „Beispiel sind unsere Feuerwehren, die die Verwurzelung ihrer Mitglieder in der jeweiligen Katastralgemeinde widerspiegeln“, verwies Kainz darauf, „dass sich das Wort Gemeinde eben nicht ohne Grund von Gemeinschaft ableitet“.